Eppelheim

AGV Eintracht Dirigent Jürgen Ferber begeistert mit seinem Soloprogramm „Spielverferber“ / Texte bleiben im Gedächtnis

Das Leben hat seine eigenen Regeln

Eppelheim.Er nimmt das Leben und die Menschen genau unter die Lupe. Die Erkenntnisse behält Sänger und Songschreiber Jürgen Ferber nicht für sich, sondern packt sie in Lieder und Texte, die er in seinen Soloprogrammen präsentiert. Anlässlich des 175-jährigen Bestehens des Arbeitergesangvereins (AGV) Eintracht ließ es sich der Schwetzinger Liedermacher nicht nehmen, im Vereinsheim „Sole D’Oro“ dem Verein zu dessen Jubiläum zu gratulieren und mehr als 70 Gäste im voll besetzten Nebenzimmer zu unterhalten.

Die Verbindung des ausgebildeten Sängers und Gesangslehrers zum Verein ist einfach erklärt: Jürgen Ferber ist seit Juli 2017 Dirigent der beiden AGV-Chöre. In seinem neuen Soloprogramm gab er den „SpielverFerber“. Er lud das Publikum ein, die Tiefen des Lebens, den Alltag mit seinen Ärgernissen mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Alles ist Ansichtssache, auch wenn es das Leben gerade mal nicht gut mit einem meint – das wusste Jürgen Ferber in ausgezeichneter Weise in dem Lied „Mir geht es gut“ aufzuzeigen. In dem Stück „Dann kommt das Leben“ machte er deutlich, dass alles Planen nichts hilft, denn das Leben hat seine eigenen Spielregeln.

Gute Gedanken

Ferbers Musik geht ins Ohr, seine klugen und humorvollen Liedtexte bleiben im Gedächtnis. Der mehrfach ausgezeichnete Texter lässt die Menschen über die Merkwürdigkeiten des Lebens lachen und macht sie um einige gute Gedanken reicher. Der zunehmenden Verdummung der Menschen stellt er seine Initiative „Pro Hirn“ entgegen, für die er sogar entsprechende Aufkleber im Publikum verteilt. Im gleichnamigen Lied macht er klar: „Intelligente Menschen war’n schon immer rar.“ Vor dem Rest graute es ihm: „Sie sind nicht nur dumm, sondern auch noch laut.“

Wie gerne sich Leute das Leben zurechtbiegen, brachte er in dem Lied „Ein bisschen Lüge muss sein“ zum Ausdruck: „Wenn man dir ständig die Wahrheit verspricht, kommt doch nur selten die Wahrheit ans Licht.“ Ganz köstlich war das „Nuschel-Lied“ in Anspielung auf Sänger Herbert Grönemeyer und Schauspieler Til Schweiger: Offenbar hat man nur Erfolg, wenn man nuschelt. „Ich nuschel, also bin ich toll, ich hab’ so viel Gefühl. Und dieses Nuscheln ist sinnig, total echt, kein Kalkül.“

Zwei Zugaben

Ferber ehrte Vater und Mutter mit dem Lied „Der Apfelbaum“, beleuchtete in „Wunderland“ den Prozess des geistigen Verfalls, nahm in „Messie“ die Werbeslogans ins Visier, die in seinem Gehirn herumschwirren und ließ auch die Politik von Helmut Kohl, Angela Merkel, Donald Trump und Horst Seehofer nicht außen vor. Man lernt von den großen Politikern: „Wenn ich nichts sage, dann tue ich auch keinem weh.“

Vom Programm waren alle Zuschauer so begeistert, dass sie den Liedermacher und dessen Frau Ulrike am Technikpult auch nach zwei Zugaben nicht nach Hause gehen lassen wollten.

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