Eppelheim

Ahmadiyya-Gemeinde Referentin Anila Ahmed spricht über die Rolle der muslimischen Frauen

Der Islam sieht sie als Gestalterinnen der Zukunft

Eppelheim.Muslimische Frauen sind selbstbewusst, gebildet und wissen, welch wichtigen Stellenwert sie in ihrer Religion und in der Gesellschaft haben. Der Koran gibt es den Gläubigen vor. Und dort steht auch, dass in der islamischen Religion kein Geschlecht eingeschränkt wird. Im Islam wird die Frau als Gestalterin der Zukunft gesehen.

Frauen seien die Erbauerinnen von Nationen. Daher werden bei den Ahmadiyya-Muslim-Gemeinden in Deutschland Mädchen und Frauen gezielt gefördert. Denn der Islam gebiete Frauen nicht, ihr Talent und ihre Begabungen zu verschwenden und zu Hause zu bleiben. Weil es oft Vorurteile gegen muslimische Frauen gibt und auch immer wieder Unwahrheiten über die Stellung der Frau im Islam verbreitet werden, hatte die Frauenorganisation der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde, die „Lajna Imaillah“, zu einem Informationsnachmittag in ihr Gebetszentrum eingeladen.

Organisation 1922 gegründet

Naela Najam übernahm die Begrüßung der interessierten Besucherinnen, hieß die stellvertretende Vorsitzende der Frauenorganisation Iffat Ahmad und Referentin Anila Ahmed (Bild oben) willkommen und stellte in einem Kurzporträt die Frauenorganisation vor, der bundesweit rund 20 000 Frauen und Mädchen angehören. Die „Lajna Imaillah“ sei 1922 vom zweiten Kalifen Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud Ahmad auf Anregung seiner Frau gegründet worden.

Der Zweck der Gründung sei die Bildung der Frauen und die beste Erziehung und Bildung der Kinder durch ihre Mütter gewesen. Seither setze die Organisation Zeichen gegen Unterdrückung und Bevormundung. Dementsprechend verfüge die „Lajna Imaillah“ über eigene Abteilungen und Netzwerke für Bildung, Erziehung, Öffentlichkeitsarbeit und Finanzen.

Auch Kalif setzt sich ein

Die Frauenorganisation habe in Deutschland, dem Heimatland vieler junger Ahmadiyya-Musliminnen, schon viel bewegt und erreicht. Ihre Kampagne „Frauen für Frieden“ und „Loyalität zum Heimatland“ seien für sie ein wichtiger „Dienst für die Menschheit“. Die bundesweite Infokampagne „Ich bin eine Muslima – Haben Sie Fragen?“ sei 2019 sogar mit dem hessischen Integrationspreis ausgezeichnet worden.

Auch seine Heiligkeit Mirza Masroor Ahmad, der fünfte Kalif und amtierendes Oberhaupt der weltweiten Ahmadiyya-Muslime, setze sich für Frauen und ihre Stärkung ein. Welche Rolle die Frau im Islam spielt, stellte Anila Ahmed unter dem Titel „Die essenzielle Rolle der Frauen für die Zukunft“ vor. Sie erinnerte an den Beginn der islamischen Zeit. „Das erste Worte der göttlichen Offenbarung laute ‚Iqra’, was so viel bedeutet wie ‚Lies’“, erklärte sie.

Für jeden muslimischen Mann und jede muslimische Frau sei es daher eine Pflicht, nach Bildung zu streben. Schon der heilige Prophet Muhammad stellte hervor: „Wer eine Tochter gut aufzieht und ihr eine gute Bildung und Erziehung angedeihen lässt, erwirbt dadurch das Paradies.“ Frauen würden also eine vitale und grundlegende Rolle im Islam spielen und hätten als Mütter und Erzieherinnen der Kinder einen großen Einfluss auf die Entwicklung von Nationen. „Sie legen das Fundament, dass nachkommende Generationen rechtschaffene, ehrliche und respektvolle Menschen werden und sie geben ihren Töchtern Selbstbewusstsein und Selbstidentität mit.“

Bereits in früherer Zeit seien es gebildete muslimische Frauen gewesen, wie beispielsweise Fatima al-Fihri, die im Jahre 859 die „Qarawiyin-Moschee“ samt Universität gegründet habe, die heute laut Unesco die älteste Bildungseinrichtung und historisch und politisch die bedeutendste Moschee Marokkos ist.

Gestalterinnen der Zukunft

Bereits vor Tausenden von Jahren habe der Islam Frauen das Recht auf Bildung zugesichert und gebe ihnen einen gebührenden Platz in der Gesellschaft. Keine Nation könne Fortschritte machen, ohne ihre Frauen zu bilden. Daher stärke und fördere der Islam Frauen und sehe sie als Gestalterinnen der Zukunft. Bild: Geschwill

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