Eppelheim

Haus Edelberg Bauhof fertigt einen Vorhang für körperliche Nähe / Stadt stellt Seniorenzentrum die mobile Konstruktion zur Verfügung

Die Umarmung gibt’s durch Plastik getrennt

Archivartikel

Eppelheim.Nach Wochen des coronabedingten Besuchsverbots ist es jetzt wieder möglich, unter strengen Auflagen die Bewohner des Seniorenzentrums „Haus Edelberg“ zu besuchen. Eine Plexiglaswand trennt im eigens eingerichteten Besucherzimmer die Besucher von den Bewohnern.

Man kann jetzt seine Liebsten nach Voranmeldung zwar sehen und auf Abstand mit ihnen reden, aber ihnen körperlich näherkommen und sie zur Begrüßung umarmen oder die Hand reichen, ist bislang zur Vermeidung einer Ansteckung nicht erlaubt. Diesen Umstand wollte Bürgermeisterin Patricia Rebmann nicht länger hinnehmen. „Wir wissen alle nicht, wie lange die Kontaktbeschränkungen noch dauern“, erklärte sie.

Daher suchte sie nach Ideen und stieß im Internet auf einen „Umarmungsvorhang“, der es möglich macht, dass man ohne Angst vor Ansteckung seine Liebsten in die Arme schließen und knuddeln kann. Mit Sascha Barth und Matthias Eichentopf machten sich zwei Mitarbeiter des städtischen Bauhofs an die Arbeit. Innerhalb von zwei Tagen hat das Team unter Leitung des stellvertretenden Bauhofleiters Alexander Wiede die Idee der Bürgermeisterin umgesetzt, einen „mobilen Umarmungsvorhang“ gebaut, der an jeden gewünschten Ort gebracht und dort schnell auseinandergefaltet werden kann.

Ohne direkten Hautkontakt

Für die auf einem Rollbrett befestigte Konstruktion wurde aus Holzlatten ein Rahmen gebaut und diese mit stabiler Klarsichtfolie bespannt. Auf jeder Seite des durchsichtigen Vorhangs wurden jeweils zwei aus Folie gefertigte Hüllen für die Arme angebracht, durch die von der einen Seite der Besucher und von der anderen Seite der Bewohner seine Arme durchstecken und ohne direkten Hautkontakt sein Gegenüber liebevoll in die Arme schließen kann.

Patricia Rebmann freute sich, den Umarmungsvorhang an Einrichtungsleiterin Julia Kretschmer übergeben und dem Seniorenzentrum „Haus Edelberg“ zur Verfügung stellen zu können, damit es wieder möglich ist, in dieser speziellen Situation menschliche Nähe und Verbundenheit zeigen zu können. „Jetzt kann man ohne Angst vor Ansteckung seine Liebsten wieder in die Arme nehmen“, freute sich die Bürgermeisterin.

Stadtkämmerer Hubert Büssecker durfte den neuen „Umarmungsvorhang“ gleich testen und seine 84-jährige Mutter Anita in die Arme schließen. Er fand die neue Begrüßungsmöglichkeit toll. Bisher war er bei seinen Besuchen im Seniorenzentrum immer durch eine Plexiglaswand von seiner Mutter getrennt. Körperkontakt war nicht möglich. „Der Umarmungsvorhang ist eine schöne Idee“, erklärte er.

Problemlos zu desinfizieren

Die Konstruktion kann problemlos nach jedem Besucher desinfiziert werden. Der „Umarmungsvorhang“ bleibt so lange vor Ort, wie Bedarf besteht. Die Materialien können danach recycelt werden. Dem „Kreativteam des Bauhofs“ überreichte Bürgermeisterin Rebmann Stofftaschen mit verschiedenen Jubiläumsprodukten als Dankeschön für die schnelle und praktikable Umsetzung ihrer Umarmungsidee.

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