Eppelheim

Stadtbibliothek Neue Ausweise zum 40. Geburtstag / Veranstaltungsprogramm ist verschoben

Drang nach Lesefutter bleibt

Archivartikel

Eppelheim.Lesungen, Kabarett, Krimiabende, Buchvorstellungen, eine spannende Buchwoche, ein tolles Kinderprogramm und vieles mehr hatte das Team der Stadtbibliothek in diesem Jahr anlässlich des Jubiläums „40 Jahre Stadtbibliothek“ geplant. Anfang des Jahres war die Krise noch nicht abzusehen und die Reihe „Kriminell gute Literatur“ konnte starten. Aber seit Mitte März verhindert das Coronavirus die Fortsetzung der Krimireihe und weiterer Veranstaltungen.

Statt einem schönen Jubiläumsprogramm, das Bürgermeisterin Patricia Rebmann und Bibliotheksleiterin Elisabeth Klett viel lieber auf Plakaten angekündigt und vorgestellt hätten, gibt es in der Stadtbibliothek jetzt Verhaltens- und Hygienehinweise. „Uns fehlt momentan für die angedachten Veranstaltungen die Planungssicherheit, um aktiv werden zu können“, erklärt Elisabeth Klett. Aber sie zeigt sich optimistisch: „Kultur verliert ja nicht an Wert. Wir können alles nachholen. Notfalls werden alle geplanten Jubiläumsveranstaltungen auf 2021 verschoben.“ Immerhin: Die neuen Leseausweise, die eigens für das Doppeljubiläum „1250 Jahre Eppelheim“ und „40 Jahre Stadtbibliothek“ gestaltet wurden, gibt es schon jetzt.

Grund zur Freude hat die Stadtbibliothek trotzdem: Die stetig steigende Zahl der Leseausweisbesitzer, die Zunahme an aktiven Lesern im Kinder-, Jugend- und Seniorenbereich, der Ausbau der Angebote für Kindergärten und Schulen, der attraktive Medienbestand und der Ausbau der digitalen Angebote machen Stolz und zeigen: Der Drang nach „Lesefutter“ ist ungebrochen.

300 Neuanmeldungen pro Jahr

Rund ein Drittel der Eppelheimer besitzt einen Leseausweis. Das konnte man von Elisabeth Klett erfahren. Die Anmeldung neuer Leser, so zeigen die Statistiken der letzten Jahre, bleibt mit durchschnittlich 300 Neuanmeldungen im Jahr sehr stabil. Besonders erfreulich: In den letzten zehn Jahren konnte eine Steigerung der Leserschaft bei der Zielgruppe „Kinder und Jugendliche“ von 30 auf 35 Prozent und der Zielgruppe „Senioren 60 Plus“ von sechs auf zwölf Prozent verzeichnet werden. Auch die Veranstaltungsangebote nahmen in diesem Zeitraum kräftig zu. Rund 50 Termine wurden 2019 vom Bibliotheksteam durchgeführt. Das sind etwa 60 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Das Kultur- und Veranstaltungsangebot wurde durch eine „Kulturwoche rund um das Buch“, Vorlesetage, Teilnahme an den Frederick-Wochen, Lesungen und Theater für Kinder, Krimireihen für Erwachsene, Bibliotheksführungen für Kindergärten und Schulen, Bastel- und Themennachmittage und vieles mehr erweitert.

„Die Zahl der Besucher bei Bibliotheksveranstaltungen ist stetig gestiegen. Vor zehn Jahren waren es 2700 Besucherinnen und Besucher pro Jahr. Mittlerweile sind es etwa 5300 Gäste im Jahr. Wir konnten die Besucherzahl also fast verdoppeln“, freute sich die Bibliotheksleiterin.

Der aktuelle Bestand an ausleihbarem Wissen und Unterhaltung liegt derzeit bei 35 000 Medien. Er wird ständig aktualisiert. Die Einführung der Metropol-Card eröffnete 2014 den Nutzern unter dem Begriff „metropolbib.de“ neue Welten und war zugleich der Startschuss für die neue rund um die Uhr mögliche „Online-Ausleihe“ von Medien. Den Bibliotheksnutzern steht eine große Bandbreite an digitalen Medien zur Verfügung und sie können verschiedene digitale Datenbanken zur wissenschaftlichen Informationssuche oder auch zu Recherchezwecken nutzen.

Moderner Auftritt im Internet

Ein neues Softwareprogramm ermöglicht der Stadtbibliothek seit diesem Jahr auch einen modernen und zeitgemäßen Auftritt im Internet. Das neue Webangebot ist Onlinekatalog und Homepage in einem. Die Bibliothek kann ihr Medienangebot zeitgemäß präsentieren und erlebbar machen, Buch-Neuerscheinungen in den Blickpunkt rücken und Einblicke in ihren Buchbestand geben. Es besteht jetzt die Möglichkeit, die verschiedenen Leser- und Nutzergruppen durch individuelle Angebote gezielt anzusprechen.

Weitere Ideen für eine zukunftsfähige und kundenfreundliche Bibliothek hat Elisabeth Klett in petto. Dass die Bibliotheksnutzer ihre Bücherei lieben, steht außer Frage. Allerdings gibt es auch immer wieder Diskussionen, weil der Bibliothekspavillon die Finanzen der Stadt durch hohe Energie- und Unterhaltskosten stark belastet.

„Wir planen, dass es weiterhin in Eppelheim einen Ort gibt, wo man Medien ausleihen, recherchieren und sich Wissen aneignen kann. Aber wo und in welcher Form es ein solches Angebot gibt, liegt nicht in den Händen der Bibliothek, sondern des Gemeinderates. Er muss bewerten, was der Bevölkerung wichtig ist und was wir uns leisten wollen und auch können“, verdeutlichen Bürgermeisterin und Bibliotheksleiterin.

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