Eppelheim

Fahrradstraße Anwohner aus dem Bereich der Mozartstraße fordern Umwandlung in Einbahnstraße, um Gefahrensituation für Kinder zu beseitigen

Einwände werden untern Tisch gekehrt

Eppelheim.Die Eppelheimer Liste hatte die Umwandlung der Fahrradstraße in eine Einbahnstraße beantragt. Der Gemeinderat lehnte den Antrag mit den Stimmen von Grünen, CDU und SPD ab. Auf die darauf folgende Berichterstattung in unserer Zeitung ("Alles funktioniert problemlos") hätten sich drei höchst verwunderte Anwohner aus der Fahrradstraße im Bereich Mozartstraße beim Vorsitzenden der Eppelheimer Liste genmeldet, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Die Familien Franz und Rösch beobachten seit der Einführung der Fahrradstraße, dass Kraftfahrzeuge an der Mozartstraße einfahren, obwohl die Zufahrt an dieser Stelle nur Fahrradfahrern erlaubt ist. Sie sind daher der Meinung, dass die Fahrradstraße in eine Einbahnstraße umgewandelt werden muss. Diesen Sachverhalt haben die Anwohner regelmäßig dokumentiert, dem Ordnungsamt mitgeteilt und ihr Anliegen Stadträten der CDU und SPD gegenüber geäußert", schreibt die Eppelheimer Liste. Zwei Tage vor der Gemeinderatsitzung hätten sie Stadtrat Martin Gramm (Grüne) getroffen, dem sie ebenfalls ihr Anliegen vorgebracht haben. Er habe sich der Sache annehmen wollen.

"Mit erheblicher Verärgerung realisierten die Anwohner nun, dass Stadtrat Gramm in der Gemeinderatsitzung verkündete, dass sich die Fahrradstraße bewährt habe", steht in der Pressemitteilung. Passend zur Inszenierung habe Rektorin Wittemer von der Friedrich-Ebert-Schule verkündet, dass in der Fahrradstraße alles problemlos funktioniere, obwohl in den Elternbeiratssitzungen regelmäßig die Probleme der Fahrradstraße thematisiert werde.

"Der überwiegende Teil, der in die Fahrradstraße einfahrenden Kfz-Fahrer wissen überhaupt nicht, dass eine Fahrradstraße in ihre Richtung für sie gesperrt ist, und fahren daher völlig unwissend ein, mit dem damit verbundenen Gefahrenpotenzial", sagt Anwohner Andreas Franz. Der andere Teil ignoriere ganz einfach die vorhandene Beschilderung. "Die von mir angesprochenen Falschfahrer rechtfertigen immer ihr Fehlverhalten damit, dass sie kein Einbahnstraßenschild vorfinden, in eine Einbahnstraße würden sie nicht falsch einfahren", erklärt er.

Es gehe hier und jetzt nicht um das Durchsetzen von Vorstellungen von den Anwohnern oder um das Beibehalten der unerträglichen Situation durch die Politik. Franz: "Es geht hier um die Abwendung der bestehenden Gefahren unserer jungen Verkehrsteilnehmer, die eindeutig durch die Unklarheit der Einführung der Fahrradstraße entstanden sind. Die Schulkinder vertrauen darauf, dass die Mozartstraße für sie durch eine eindeutige Beschilderung für jeden verständlich frei gehalten wird. Dies ist durch die Beschilderung nicht gegeben und muss daher zwingend durch die weltweit jedem bekannte Einbahnstraßenbeschilderung ersetzt werden."

Der Zeitungsartikel vermittle der Öffentlichkeit den Eindruck, dass die Anwohner der Fahrradstraße mit der Fahrradstraßenregelung glücklich sind, ergänzt Christina Franz. "Das ist eine bewusst unwahre Darstellung der Situation der bestehenden Regelung der Fahrradstraße, gerade durch den Grünen Stadtrat Gramm, um diese mit allen Mitteln zu erhalten", sagt sei weiter. Es gehe hier wohl aus Sicht der Stadt nicht um die Verbesserung der Sicherheit der Kinder, also nicht um Recht geben, sondern Recht haben. "Liebe Vertreter der Stadt Eppelheim, ich fordere Sie auf, diese Gefahrensituation zu ändern und einer endlich eindeutigen Einbahnstraßenregelung zuzustimmen," betont sie.

Geschwindigkeit nicht eingehalten

Vier Tage nach dem Gemeinderatsbeschluss sei ein Lkw wieder in die Fahrradstraße an der Mozartstraße eingefahren. Die zufällig vorbeifahrende Polizei haben den Fahrer auffordern müssen, rückwärts aus der Straße zu fahren. An der Kreuzung sei dadurch der gesamte Verkehr aufgehalten und behindert worden, beschreibt Katja Rösch und fügt hinzu. "Wir beobachten täglich, dass regelmäßig an der Mozartstraße in die Fahrradstraße eingefahren wird. Die Einwände der Anwohner werden unter den Tisch gekehrt, seit Monaten haben wir die Stadtverwaltung informiert. Auch wenn die Autos in die richtige Richtung fahren, wird oft die Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern nicht eingehalten."

"Wir von der Eppelheimer Liste sind weiterhin ganz und gar nicht der Meinung, dass sich die Fahrradstraße bewährt hat und problemlos ist", heißt es in der Pressemitteilung abschließend. Wer auch dieser Meinung ist, kann sich an Bernd Binsch (Telefon 06221/76 95 01, E-Mail info@ing-buero-binsch.de) oder an Christa Zieher (E-Mail ch.zieher@web.de) wenden. zg

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