Eppelheim

Gisela-Mierke-Bad Rat lässt schrittweise Wiedereröffnung zu / Maximal dürfen pro Tag 60 Personen in drei Zeiteinheiten schwimmen

Erst der Verein – dann die Öffentlichkeit

Eppelheim.Das wegen der Corona-Pandemie im März geschlossene Gisela-Mierke-Bad öffnet wieder. Der Gemeinderat genehmigte in der jüngsten Sitzung in einem ersten Schritt die Öffnung des Bades ab dem 6. Juli nur für die Schwimmgemeinschaft Poseidon, danach ab dem 1. September auch für die Öffentlichkeit unter Einhaltung der erforderlichen Hygienevorschriften und unter Bestand der aktuellen Eintrittspreise.

Bürgermeisterin Patricia Rebmann begrüßte vor der Abstimmung in der Rudolf-Wild-Halle eine stattliche Abordnung von Poseidon-Mitgliedern. Der Verein besteht aus den vier Ressorts Schwimmen, Triathlon, Schwimmschule und Breitensport und bietet zahlreiche Schwimmangebote mit ausgebildeten Trainern in einem umfangreichen Kurssystem an.

Haftungsfrage noch nicht geklärt

Amtsleiter Reinhard Röckle erläuterte dem Gremium den Beschlussvorschlag. Gemäß der Corona-Verordnung des Landes ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Öffnung von Bädern seit dem 6. Juni wieder möglich. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat darauf hingewiesen, dass die Haftungsfrage noch nicht abschließend geklärt ist. Die Öffnung von Hallenbädern wird anders beurteilt als bei Freibädern und Badeseen, weil das Infektionsrisiko im Innenbereich wesentlich höher ist.

Bei der Öffnung des Bades müssen Besucher über das vorhandene Reservierungssystem gesteuert werden. Pro Öffnungstag können nur insgesamt 60 Personen in drei Zeiteinheiten schwimmen. Die Zeiteinheiten sind erforderlich, um die vorgegebenen Zwischenreinigungen mit Desinfektion durchführen zu können. Die Besucherzahl von 20 Personen pro Zeiteinheit ergibt sich aus der geforderten Sperrung der Schränke sowie den zugelassenen Personen pro Bahn im Becken. Erschwerend kommt hinzu, dass das Duschen im Gisela-Mierke-Bad nur für jeweils eine Person gestattet werden kann, da in den Duschräumen weniger als die geforderten 20 Quadratmeter pro Person zur Verfügung stehen. Bei Öffnung des Bades fallen unabhängig vom Nutzungsgrad sofort wieder die vollen Energiekosten in Höhe von monatlich rund 15 500 Euro an. Außerdem müssen zusätzliche Personalkosten in Höhe von monatlich rund 2100 Euro eingeplant werden.

Bei einem ausgelasteten Bad und unter Berücksichtigung eines mittleren Eintrittspreises könnten monatliche Einnahmen von rund 2400 Euro generiert werden. Hinzugerechnet werden können dann noch die voraussichtlichen Nutzungsgebühren des Schwimmvereins von monatlich maximal 900 Euro. Zulasten der Stadt Eppelheim verbleibt ein Betrag von mindestens 14 300 Euro an monatlichen Kosten. Die Öffnung des Bades für die SG Poseidon erfolgt ebenso wie der Betrieb für die Öffentlichkeit unter Einhaltung der erforderlichen Hygienevorschriften. Mehrfachkarten sowie noch vor der Anpassung der Gebührenordnung erworbene Jahreskarten werden um den Zeitraum der Schließung verlängert.

Einstimmig angenommen

Der Beschlussvorschlag wurde einstimmig angenommen. Renate Schmidt (SPD) befürwortete die stufenweise Öffnung des Bades, auch wenn Kosten entstünden. Schulsport müsse sein, auch für die erfolgreiche Kooperation von Pro Down Heidelberg und der SG Poseidon sei die Wiedereröffnung wichtig.

Trudbert Orth (CDU/FDP) war ebenfalls dafür, dass die Schwimmgemeinschaft das Hallenbad nutzen kann: „Der Verein hat ja selbst Vorschläge erarbeitet.“

Marc Böhmann (Grüne) plädierte dafür, „dem Verein die Nutzung des Bades probeweise zu ermöglichen. Notwendig wäre dazu aber die Klärung der bislang noch unklaren Haftungsfrage“.

Bernd Binsch (Eppelheimer Liste) verwies auf die Beachtung der Hygienevorschriften. Das Hallenbad sollte so schnell wie möglich auch wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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