Eppelheim

Bibliothek „Pfalz Suite“ sorgt für Mundart-Kabarett und Musik

Feines für den Geist und für den Gaumen

Eppelheim.„Von der Pfalz in die Welt und zurück“ ging es mit dem Ensemble „Pfalz Suite“ und ihrem musikalischen, literarischen, kabarettistischen und kosmopolitischen Mundart-Kabarett in der Stadtbibliothek. Das Quintett hatte herrliche Mundartgeschichten und wunderbare Musik dabei, das Bibliotheksteam servierte dazu feine Flammkuchen und neuen Wein. Es gab also Humorvolles für den Geist und Feines für den Gaumen.

Gut 60 Besucher wollten sich dieses „herbstliche Schmankerl“, wie es Bibliotheksleiterin Elisabeth Klett nannte, nicht entgehen lassen. Die Kombination von Pfälzer Wort und kulinarischem Genuss kam prima an. „Wir haben ein volles Haus – das ist großartig“, freute sich Ulrich Wellhöfer. Dass der Rezitator und Buchverleger mit seinen Ensembles gerne in die Stadtbibliothek kommt, ließ er nicht unerwähnt.

Viele Bibliotheksbesucher kennen Wellhöfer und sein seit mehr als 25 Jahren bestehendes „Pfalz Literatett“ bestens. Es erfuhr im vergangenen Jahr eine personelle Vergrößerung. Mit Maris Clemens (Gesang), Yvonne Tröster (Querflöte), Nicole Fieber (Saxofon und Klarinette), Peter Tröster (Gesang und Klavier) und Ulrich Wellhöfer (Rezitation und Moderation) wurde es zur „Pfalz Suite“. Das machte sich in der Musik bemerkbar. Nicole Fieber und Yvonne Tröster waren eine Bereicherung und die tolle Stimme der jungen Sängerin Maris Clemens zog das Publikum in ihren Bann.

„Unsere Intension ist es, in unseren Programmen alles aufzuzeigen, was die Pfalz ausmacht“, erklärt Wellhöfer. In erster Linie sei das die Mundart, aber auch die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen. Pianist Peter Tröster hatte für den Abend neue Lieder komponiert und Wellhöfer schöne Geschichten und Köstlichkeiten vornehmlich von seinen Lieblingsmundartdichtern Lina Sommer und Hanns Glückstein herausgesucht. Er schätzt bei beiden den Ernst, die tiefe Seele und den oft krachenden Pfälzer Witz in ihren Geschichten und Dichtungen. „Man lacht nicht über die Leute, sondern mit den Leuten“, stellte er hervor.

Lina Sommer, 1862 in Speyer geboren und 1932 in Karlsruhe verstorben, war eine Mundartdichterin. Sommer hat ihren Mitmenschen „aufs Maul“ geschaut. Und weil sie „ihre Pfalz“ und das herrliche Gebabbel liebte, widmete sie ihr zahlreiche Gedichte und glaubte sogar an ein „Pälzer Eck im Himmel“.

Vom „Pfälzer Grimm“

Dichter Hanns Glückstein wurde 1888 in Völklingen geboren und verstarb 1931 in Ludwigshafen. Er veröffentlichte in Pfälzer Mundart und konnte Alltagssituationen köstlich beschreiben. In einer Geschichte ging’s um eine Klatschbase, deren Gebiss gar auf dem Nachtkästchen noch weiterrede. Wellhöfer bediente sich auch des „Pfälzer Sagenbuches“ von Friedrich Wilhelm Hebel. Weil sich der Pädagoge und Autor um die Veröffentlichung pfälzischer Sagen verdient gemacht habe, werde er „der Pfälzer Grimm“ genannt.

Hebel habe viel zusammengetragen von dem, was „uff da Gass“ erzählt wurde und damit einen Volks- und Sagenschatz geschaffen. Von dem Autor gab er die kleine Anekdote mit schwarzem Humor vom „Hexengewitter“ zum Besten. Als eines Nachts ein Gewitter tobte, habe man einen Gewehrschuss vernehmen können. Als daraufhin eine tote Frau vom Himmel fiel, habe sich das Gewitter schlagartig verzogen. sge

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