Eppelheim

Stadtverwaltung Mängel sind beseitigt / Holzmodulhäuser besichtigt / Zehn Wohneinheiten mit je 90 Quadratmetern Wohnfläche stehen zur Verfügung

Flüchtlingsfamilien können einziehen

Archivartikel

Eppelheim.Die Erleichterung stand allen ins Gesicht geschrieben: Bei den Holzmodulhäusern, die von der Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingsfamilien angemietet und nahe der Eissporthalle am Ende der Rudolf-Diesel-Straße als Wohnanlage errichtet wurden, sind nun alle von der Stadt beanstandeten Mängel durch den Vertragspartner, die Firma Cramo Adapteo GmbH, behoben worden. Dem Einzug von Flüchtlingsfamilien steht nun nichts mehr im Weg.

Die Stadt hatte die Firma vorher mehrfach anmahnen müssen, wodurch sich der angepeilte Bezugstermin immer wieder verschob. Wie Bauamtsleiter Michael Benda mitteilte, konnte die Abnahme und Übergabe der Holzmodulhäuser unter anderem aufgrund fehlender Fassadenteile an den westlichen und östlichen Gebäudeseiten, unsachgemäß angebrachter Fassadenteile, undichter Regenrinnen und falsch angebrachter Treppengeländer nicht erfolgen. „Die wesentlichen Mängel wurden durch die Firma Cramo Adapteo GmbH zwischenzeitlich beseitigt, so dass eine Abnahme und Übergabe am 8.Oktober 2019 durchgeführt werden konnte“, betonte Benda. Das bedeutet: die zehn Wohneinheiten mit jeweils 90 Quadratmetern Wohnfläche können ab sofort bezogen werden. „Noch im Laufe des Novembers werden die ersten Familien einziehen“, informierte Ordnungsamtsleiter Reinhard Röckle bei der Besichtigung der Wohnanlage. Die Stadtverwaltung hatte dazu den Gemeinderat und die Öffentlichkeit eingeladen.

Fachleute vor Ort

Die Türen zu den Wohneinheiten standen offen, jeder konnte sich umschauen und sich ein Bild von den Räumlichkeiten machen. Etwa 50 interessierte Bürgerinnen nutzten dieses Angebot. Jede Wohnung hat einen eigenen Briefkasten und ist mit einer Einbauküche, Waschmaschine und kleinem Bad ausgestattet. Die Schlaf- und Kinderzimmer haben eine einfache Grundausstattung.

Bürgermeisterin Patricia Rebmann, Ordnungsamtsleiter Reinhard Röckle, die für Flüchtlingsfragen zuständigen Mitarbeiter Regina Eul und Kai Enkler, Bauamtsleiter Michael Benda sowie Feuerwehrkommandant Uwe Wagner von der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr und Torben Wille, Leiter des Polizeireviers Heidelberg Süd, waren vor Ort, um Fragen zu beantworten und auch den angrenzenden Nachbarn eventuelle Ängste zu nehmen.

Aktuell sind es sechs Flüchtlingsfamilien, die sich nach monatelanger Unterbringung in den Flüchtlingsunterkünften im Eppelheimer Norden, wo sie mit vier oder mehr Personen in einem Zimmer lebten, auf eine Wohnung in den Holzmodulhäusern freuen dürfen. Die erste Flüchtlingsfamilie, die in eine solche rundweg akzeptable Wohneinheit einziehen darf, war bei der Besichtigung vor Ort. Serwa Raoufi und ihr Mann Siros Ahmadi werden mit ihren beiden Söhnen eine Wohnung beziehen. Die Familie flüchtete vor rund drei Jahren aus dem Iran. Zwei Jahre und acht Monate lebten sie zu viert auf engstem Raum in der Flüchtlingsunterkunft in der Lilien-thalstraße. Mit der angehenden Krankenpflegerin, ihrem Mann, der zwischenzeitlich eine Arbeit gefunden hatte, und den beiden Söhnen bekamen die Flüchtlinge, die in die Wohnanlage einziehen, ein Gesicht - und zwar ein unglaublich sympathisches. Die Familie spricht bereits sehr gut Deutsch und bedankte sich herzlich bei allen, die ihnen ein Leben in Eppelheim ermöglichen.

Die Holzmodulhäuser mit ihren zehn Wohneinheiten, von denen eine bei Bedarf als barrierefreie Wohnung hergerichtet werden kann, wurden von der Stadt aufgrund der Verpflichtung zur Unterbringung von Flüchtlingen für 48 Monate angemietet. Wie auf Nachfrage zu erfahren war, beträgt die monatliche Miete für die Holzmodulhäuser 9913 Euro.

Wer in die Wohnanlage einzieht, geht ein öffentlich-rechtliches Nutzungsverhältnis ein und zahlt eine Benutzungsgebühr. Ist der Verdienst der Nutzer bislang noch zu gering, springen die Leistungsträger ein, die dann bei Bedarf, wie bei jedem anderen Bundesbürger auch, Wohngeld oder Sozialhilfe zahlen. Eine ausreichende Zahl an Fahrradständern wurde bereits an der Wohnanlage in der Rudolf-Diesel-Straße installiert, acht Kfz-Stellplätze werden noch angelegt. sge

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