Eppelheim

Rathaussturm Kampflos wollte Bürgermeisterin Patricia Rebmann nicht aufgeben

Karnevalisten stoßen auf heftige Gegenwehr

Eppelheim.Bürgermeisterin Patricia Rebmann stellte sich dem Eppelheimer Carnevalsclub (ECC) und deren Sitzungspräsident Jens Schneider, den Elferräten, Ehrenkonsulen und Garden entschlossen entgegen. Kampflos wollte sie ihr Rathaus am 11.11. nicht hergeben. Sie hatte eine besondere Inszenierung vorbereitet und sich die Sage um König Arthus, dessen Rittern und Burg Camelot zur Vorlage genommen.

So viele Schaulustige wie selten zuvor wollten das Spektakel selbst miterleben. Das Rathaus wurde für den Narrenspaß kurzerhand in Burg "Eppellot" umgetauft. Rathausmitarbeiter und Gemeinderäte standen ihrem "Burgfräulein" als "Ritter der Tafelrunde" zur Seite. Alle waren zuvor mit Holzschwertern ausgestattet worden und hielten damit die Angreifer des ECC minutenlang ab ins Rathaus vorzudringen.

Als der Sitzungspräsident und sein Gefolge dann doch den Treppenaufgang Richtung Ratssaal erreichten, machte es die Bürgermeisterin den Angreifern nicht leicht. Es galt, erschiedene lustige Aufgaben zu lösen. Um in den Ratssaal zu gelangen, musste Rudi Baust gegen Rathausmitarbeiter Klaus Hildebrandt Mikado spielen. Marc Föhr hatte dann die Aufgabe zu lösen, alle Kinder mit Zuckerwatte zu erfreuen. Wenn der ECC schon die Regierung übernehmen wolle, dann müsse er auch für das Wohl der Bürger sorgen, meinte die Bürgermeisterin.

Grips und Kraft gefordert

Für Sitzungspräsident Schneider hatte Patricia Rebmann ein Quiz vorbereitet. Er musste bekannte Redewendungen vervollständigen. Da war Grips gefordert. Mit diebischer Freude im Gesicht enthüllte die Verwaltungschefin vor den Augen des Sitzungspräsidenten die größte Herausforderung. Der Rathausschlüssel steckte in einem tiefgefrorenen Eisblock fest. Die Gefriertruhe im Hause Rebmann hatte bei Minus 22 Grad Celsius ganze Arbeit geleistet. Jens Schneider kam ins Schwitzen. Gut, dass ECC-Vorsitzender Ingo Ringle Hammer und Meißel dabei hatte. Minutenlang rackerte er sich ab. Seine Ausdauer wurde belohnt: Am Ende hielt er jubelnd den Rathausschlüssel in seinen Händen. "Die Räte müssen uns ab heute dienen", verkündete er und verlas sogleich elf närrische Paragrafen, die bis Aschermittwoch die Gemeindeordnung ersetzen sollen. Patricia Rebmann erwies sich als gute Verliererin. "Ich lade den Elferrat zu Kaffee und Kuchen ins Rathaus ein", erklärte sie und fügte an: "Da die Stadt sich das nicht leisten kann, zahle ich das aus meinem privaten Säckel."

Die Karnevalisten hatten noch eine Überraschung vorbereitet: Sie hissten vor dem Rathaus eine funkelnagelneue ECC-Fahne. Bis Aschermittwoch darf sie hängen bleiben. sge

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