Eppelheim

Bürgerversammlung Ziele für die Zukunft der Stadt formuliert und beschlossen / Jetzt geht es an die Umsetzung

Kreativität und Helfer sind gefragt

Archivartikel

Eppelheim.Von den vielen Nationen, die es auf der Welt gibt, sind allein 120 in Eppelheim vertreten. Daher stellte sich die Stadt bereits vor gut einem Jahr die Frage „Wie können wir in Zukunft nachhaltig das Zusammenleben in der Gemeinde stärken, das gegenseitige Verständnis und respektvolle Miteinander von Alt- und Neubürgern sowie auch von unterschiedlichen Kulturen fördern?“

Die Stadtverwaltung erhielt als eine von 23 ausgewählten Modellkommunen im Land die Möglichkeit, sich mit dem Thema „Integration durch bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“ zu befassen und einen Prozess in Gang zu setzen. Unterstützung gab es vom Land und dem dafür aufgelegten Programm „Prozessbegleitung für Kommunen“. Zusammen mit Moderatoren der Führungsakademie Baden-Württemberg wurden in den vergangenen Monaten unter dem Motto „Eppelheim gemeinsam gestalten – mit Euch!“ bei verschiedenen Veranstaltungen gemeinsam mit der Bürgerschaft Projektziele erarbeitet. Die Ergebnisse und das erarbeitete Leitbild der Projektsitzungen wurden im September dem Gemeinderat vorgestellt. Wie bei der Bürgerveranstaltung als Abschlussveranstaltung im Foyer der Rudolf-Wild-Halle von den Moderatorinnen Dagmar Gebhardt und Svendia Strauß von der Führungsakademie herausgestellt wurde, sei Eppelheim die erste der ausgewählten Modellgemeinden, die per Gemeinderatsbeschluss die gesteckten Projektziele und das erarbeitete Leitbild fest verankert habe.

Im Gemeinderat Gehör gefunden

Der Öffentlichkeit wurden jetzt in einer Abschlusspräsentation die Ziele und Projekte als Grundlage für die künftige Integrationsarbeit der Stadt vorgestellt. „Ihre Ergebnisse finde ich großartig“, lobte Bürgermeisterin Patricia Rebmann. Zudem gefiel ihr, dass die Ideen und Anregungen für ein nachhaltiges Miteinander in der Stadt im Gemeinderat Gehör gefunden haben und auch umgesetzt werden sollen.

Mit dem Projekt „Eppelheim gemeinsam gestalten“ möchte man Integration durch bürgerschaftliches Engagement erreichen. Die erarbeiteten Handlungsempfehlungen gelten für Politik, Verwaltung und Bürger. Ein Leitbild und drei Zielsetzungen hatten die Projektteilnehmer ausgearbeitet. Das Leitbild zur Förderung einer „offenen und toleranten Stadt“ soll allen Akteuren Orientierung geben. Die Förderung der politischen Partizipation soll durch Information, Mitsprache, Mitbestimmung und Mitwirkung geschehen und durch Organisationsformen wie Migrationsbeirat, Integrationsausschuss oder Arbeitskreise gewährleistet werden.

Als weiteres Ziel wurden Begegnungsmöglichkeiten durch Angebote und Aktivitäten genannt. Hier konnte man sich einen „interkulturellen Garten“, ein Urban-Gardening-Projekt unter dem Titel „Die essbare Stadt“ oder Beet-Patenschaften vorstellen. Das dritte Ziel befasste sich mit dem Aufbau einer Gemeinschaft von Ehrenamtlichen und Betreuern, die sich für die Förderung von Kindern und Erwachsenen mit und ohne Migrationshintergrund einsetzen und Bildungs- und Begegnungsmöglichkeiten schaffen. Als Handlungsempfehlung wurden Hausaufgabenbetreuung, Lesepatenschaften, Sprachangebote für Kinder und Erwachsene vorgeschlagen. Auch die Schaffung von Kultur-, Freizeit- und Kreativprojekten, wie Spielenachmittage und Tanzkurse, die Einrichtung eines Repair-Cafés und einer Fahrradwerkstatt wurden genannt.

Austausch mit Politik

Wie die Teilnehmer der Arbeitsgruppen bei der Vorstellung ihrer Projekte und Ideen deutlich machten, brauche es zur Umsetzung der gesetzten Ziele und der genannten Projekte vor allen Dingen ehrenamtliche Mitstreiter, umsichtige Koordinatoren, geeignete Räumlichkeiten und viel Kreativität. Die Abschlussveranstaltung „Eppelheim gemeinsam gestalten“ wurde musikalisch durch das „Hijazz-Trio“ umrahmt. Es spielten Hesham Hamra auf der Oud, Wajed Al Hafyan auf der Kanun und Mahsum Ates auf der Baglama. Danach gab es einen Austausch an den Projektständen und eine moderierte Gesprächsrunde mit Politik und Verwaltung. sge

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