Eppelheim

Altes Wasserwerk Bryan Vit und Heiko Künzel haben mit Hilfe der Jugendlichen aus dem Juz ein Tonstudio gebaut / Logo in Schallplattenoptik gestaltet

„Meine Heimat“ heißt der erste eingespielte Song

Eppelheim.Zuerst war es nur ein Traum der Jugendlichen: Sie wollten Beats machen, Texte schreiben und eigene Songs produzieren. Für das alles brauchten sie ein Tonstudio. „Sie hatten schon seit längerem Bock, Mucke zu machen“, drückt es Bryan Vit von der mobilen Jugendarbeit des Trägervereins Postillion des Jugendzentrums (Juz) etwas salopp aus.

Aus dem Traum der Eppelheimer Jugend wurde jetzt Wirklichkeit und sie bekamen ihr eigenes Tonstudio – auch dank des Einsatzes von Bryan Vit und seinem Kollegen Heiko Künzel. Beide kennen sich mit Musik aus, sind als Musiker in verschiedenen Bands aktiv. Zudem hat Vit Erfahrung mit dem Bau von Tonstudios. Bei drei Studios hat er schon die Planung und Umsetzung übernommen.

Er und Künzel brachten im „Alten Wasserwerk“ ihr „Know-how“ (Fachwissen) ein und ließen in einem Jugendraum ein Tonstudio mit Aufnahmekabine entstehen. Der Trägerverein Postillion stellte für Umbau und Einrichtung ein Budget von 2000 Euro zur Verfügung. „Wir haben jetzt nur das Notwendigste an Technik und sind sehr rudimentär ausgestattet“, erklärt Bryan Vit. Aber die Ausstattung reicht, um damit arbeiten und Musik machen zu können.

Alles selbst gebaut

Jetzt ist die Freude groß. Nach über einem Jahr Arbeit ist das Tonstudio im Jugendzentrum „Altes Wasserwerk“ nun fertig. „Alles haben die Jugendlichen komplett selbst gebaut“, betonte Vit. Aber bis es so weit war, brauchte es eine Menge Geduld, Fleiß und harte Arbeit. Von den rund zwanzig Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 22 Jahren, die regelmäßig das „Alte Wasserwerk“ besuchen, haben alle bei mindestens einem Arbeitsabschnitt mitgeholfen und den Traum gemeinsam Realität werden lassen.

Auch alle anderen Mitarbeiter wie Kirsten Erbach, Maria Zech und Delia Leibel von der mobilen Jugendarbeit des Postillion haben die Jugendlichen und das Projekt tatkräftig unterstützt und sind vom Resultat begeistert. Das Tonstudio bekam auch eine frische Wandgestaltung. Unter anderem hatten sich die Jugendlichen ein cooles Logo in Schallplattenoptik einfallen lassen, welches jetzt eine Wand des Tonstudios ziert. Die Zahlen und Buchstaben „214 –EPU“ sind Abkürzungen. Die „214“ und steht für die Postleitzahl Eppelheims: 69214, die Buchstaben „EPU“ stehen für „Eppelheim United“ (Eppelheim vereint). Seit Anfang September wird in dem neuen Tonstudio fleißig musiziert und der erste Rap produziert. Er trägt den Titel „Juz – meine Heimat“ und wurde erstmalig bei der Einweihungsfeier des Studios vor Publikum dargeboten. Als regelmäßiger Jugendzentrum-Besucher hat sich Abdul Wahid Hayee, der den Künstlernamen „MOZ“ trägt, zu einem eingängigen Beat einen Text überlegt und zusammen mit der zwei Jahre jüngeren Sängerin „SariHa“, alias Sarah Hendlein, den Song als Duett einstudiert.

Bald ein gefragter Hit?

„Das Lied spiegelt die Verbindung der Jugendlichen zum Jugendzentrum wider und zeigt, wie viel es uns bedeutet, dass wir hier Spaß und Freude haben und unsere Freizeit gestalten können“, erklärt der 22-Jährige. Und wer weiß, vielleicht wird der „Made in Eppelheim“-Song (hergestellt in Eppelheim) bald ein gefragter Hit? Den Besuchern der Einweihungsfeier im „Alten Wasserwerk“ hat der Rap jedenfalls extrem gut gefallen.

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