Eppelheim

Christkönig-Kirche Kammerchöre und Kammerorchester führen die „Sunrise Mass“ von Ola Gjeilo auf / Stil amerikanischer Filmmusik klingt dabei immer wieder durch

Musikalische Reise von der Dunkelheit ins Licht

Archivartikel

Eppelheim.Zwei exzellente Kammerchöre und ein fabelhaftes Jugendsinfonieorchester haben sich zusammengetan, um musikalisch Bedeutendes zu vollbringen – und zwar bei einem gemeinsamen Konzert in der Christkönig-Kirche. Aufgeführt wurde in Eppelheim erstmalig die „Sunrise Mass“ von Ola Gjeilo. Mehr Besucher hätte dieses großartige Konzertereignis wahrlich verdient. Denn erstmals in seiner Geschichte trat der Kammerchor „Young Vocals“ des Sängerbundes Germania unter der Leitung von Valerie Schnitzer zusammen mit dem Jungen Kammerchor Pirmasens am Immanuel-Kant-Gymnasium unter der Leitung des ehemaligen Generalmusikdirektors des Heidelberger Theaters Volker Christ auf.

Dem Kammerchor aus Pirmasens gehören Schüler, Ehemalige und Lehrkräfte an. Die „Young Vocals“ entstanden aus der Kooperation zur Jugendförderung des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums und des Sängerbundes Germania. Entsprechend dem Konzertmotto „Heading North“ ging es musikalisch „Richtung Norden“. Die intensive Probearbeit, die beide Chöre in das gesamte Konzert und insbesondere in die Aufführung der Messe investierten, hat sich ausgezahlt. Die Darbietungen berührten Herz und Seele der Besucher.

Bevor die „Sunrise Mass“ als Hauptwerk des Abends unter Mitwirkung des Jugendsinfonieorchesters der städtischen Musikschule Heidelberg erklang, präsentieren sich die beiden Chöre nacheinander mit einem kleinen A-cappella-Programm. Die „Sunrise Mass“ des zeitgenössischen Norwegers Ola Gjeilo wurde im November 2008 in Oslo uraufgeführt. Bei der Aufführung in der Christkönig-Kirche hatte Volker Christ die Gesamtleitung inne.

Melodien gehen schnell ins Ohr

Die Musik zeigte sich zunächst eingängig, emotional und ging schnell „ins Ohr“. Doch in den vier Sätzen „Kyrie – The Spheres“, „Gloria – Sunrise“, „Credo – The City“, „Sanctus & Agnus Dei – Identity & The Ground“ entfaltete sie auch ihre große Komplexität und Vielschichtigkeit. Die Vertonung war angelegt als eine berauschende metaphysische Reise vom Himmel zur Erde, wobei die Musik „hörbare Bilder“ kreierte. Immer wieder klang der Stil amerikanischer Filmmusik durch und interpretierte so den alten, lateinischen Text der Messe auf ganz eigene Weise – unterstützt durch den satten Klang des Streichensembles.

In den vier Sätzen wurden die verschiedensten Stimmungen durchlebt. Man reiste von der Dunkelheit zum Licht, hin zum Leben und menschlichen Emotionen. Gjeilos Kompositionsgeschick und seine bildreiche Sprache nahm das Publikum derart gefangen, dass man beim Zuhören glatt das Atmen vergessen konnte. Am Ende der spirituellen Reise war der Mensch eins mit dem Weltall und das Publikum restlos begeistert. sge

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