Eppelheim

Solidaraktion Applaus und Lieder aus der Wohnanlage in der Boschstraße für alle Menschen im Einsatz gegen Corona

Petra und Michael Becker geben Impulse

Eppelheim.Das Schreiben, das Michael Becker vor wenigen Tagen bei seinen Nachbarn in der Boschstraße einwarf, beginnt mit den Zeilen: „Liebe Nachbarn, die aktuelle Corona-Krise stellt uns alle vor große Herausforderungen. Nun heißt es, Zusammenhalt und Anerkennung zu zeigen!“ Michael Becker und seine Frau Petra haben nach italienischem Vorbild eine Solidaraktion gestartet, wie sie es mittlerweile deutschlandweit in vielen Städten gibt.

Mit Applaus möchten sie allen Einsatzkräften und Beschäftigten danken, die in Zeiten von Corona „für uns ihren Job machen“ und mit Musik möchten sie den Zusammenhalt fördern. Die Beckers, die in der Boschstraße 7 wohnen, haben für ihren Aufruf 100 Infozettel gedruckt und verteilt, mit dem Ziel, möglichst viele Nachbarn zur Teilnahme zu animieren. „Bitte kommt jeden Abend um 21 Uhr alle an Eure Fenster und auf Eure Balkone und applaudiert für die Menschen, die derzeit immer noch für uns und die Gesellschaft arbeiten“, heißt es in dem Schreiben an die Nachbarn, das von Michael Becker in die Briefkästen in der Umgebung eingeworfen wurde.

Für Pflegepersonal und Ärzte, Polizei, Rotkreuz und Feuerwehr, aber auch für die Beschäftigten im Einzelhandel und für alle Helfer, die in Corona-Zeiten tagtäglich im Einsatz sind, wollte der 58-jährige Eppelheimer ein Zeichen setzen. Zudem wollte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, der als technische Fachkraft bei Leica Biosystems in Nußloch arbeitet, trotz der derzeit gebotenen Distanz, die man zu seinen Mitmenschen halten soll, den Zusammenhalt fördern und unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam durch die Krise!“ auch mit Musikeinspielungen und Liedern die Menschen in der Wohnanlage Gemeinschaft spüren lassen und für gute Gedanken sorgen.

Vor wenigen Tagen ging es los. Die Beckers beteiligten sich erstmals an der deutschlandweiten Solidaraktion. „Am ersten Abend standen meine Frau und ich allein am Fenster, haben applaudiert und das Lied ‚Guten Abend, gute Nacht’ abgespielt. Am nächsten Abend waren es dann schon einige mehr, die mitmachten“, erinnert er sich. Dann verteilte Becker, der nicht nur aktiver Sänger, sondern auch Vorstandsmitglied beim Sängerbund Germania ist, Infozettel an die Nachbarschaft, auf denen er den Text des „Irischen Segensliedes“ abgedruckt hatte. Und schon waren es am Wochenende um die 50 Nachbarn, die nun abends die Fenster öffneten oder auf ihre Balkone kamen, erst Beifall spendeten und dann gemeinsam das Segenslied anstimmten.

„Das war Gänsehaut pur“, berichtet der Eppelheimer. Die Solidaraktion „Gemeinsam statt einsam durch die Krise“ möchte der 58-Jährige so lange beibehalten, wie es nötig ist. Jeden Abend um Punkt 21 Uhr geben Michael und Petra Becker von ihrem Fenster in der Boschstraße 7 im vierten Stock ein Lichtsignal, damit die Nachbarn wissen, dass es losgeht.

„Bleibt zuhaus’ und bleibt gesund“

Erst gibt es den „Helferapplaus“. Damit wird mit kräftigem Beifall allen Menschen gedankt, die in dieser Ausnahmesituation an vielen wichtigen Stellen im Einsatz sind. Danach wird gemeinsam gesungen, oder einem Musikstück gelauscht. Zum Abschluss der kleinen Zusammenkunft an Fenstern und auf Balkonen ruft Michael Becker allen zu: „Bleibt zuhaus’ und bleibt gesund – bis morgen Abend zur selben Stund’.“ Die dann von Michael und Petra Becker initiierte Beifallsrunde gilt der tollen Nachbarschaft, die trotz Abstandsgebot Zusammenhalt beweist und Solidarität zeigt.

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