Eppelheim

Umwelt Mitarbeiter des Bauhofs bringen die Bäume in Form / Winterruhe der Pflanzen ist dafür der ideale Zeitpunkt / Verkehrssicherheit macht Maßnahmen erforderlich

Platanen vertragen radikalen Rückschnitt

Eppelheim.Im Herbst sind die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs richtig im Stress. Die Natur sorgt jetzt für mächtig viel Arbeit im gesamten Stadtgebiet. Zusätzlich zu den normalen Tätigkeiten des Bauhofs erhalten jetzt Rasenflächen ihren letzten Schnitt, das Herbstlaub muss auf Straßen, öffentlichen Wegen und Plätzen eingesammelt werden, die Nistkästen werden gereinigt und überall stehen jetzt außerhalb der Vegetationsphase bei Bäumen, Hecken, Sträuchern und Büschen Rückschnittmaßnahmen an.

Viel Arbeit bringt jedes Jahr der Rückschnitt der Platanen im Stadtgebiet mit sich. Die markanten Bäume findet man auf dem Hugo-Giese-Platz, dem Schulhof der Theodor-Heuss-Grundschule und am Sängerheim des AGV Eintracht. Einige von ihnen sind schon über 40 Jahre alt.

Die beste Zeit für den Erhaltungsschnitt sei in der Winterruhe, also zwischen Oktober und Februar, erfährt man von Benedikt Seelbach, im städtischen Bauamt zuständig für Umwelt-, Naturschutz und Grünflächen. „Der Rückschnitt der Platanen wird immer im November vorgenommen, da man die Arbeiten gerne in die Zeit der Herbstferien legt“, betont er. Zudem werde darauf geachtet, dass es trockene und frostfreie Tage sind.

Die Rückschnittarbeiten des Bauhofs betreffen ausschließlich Platanen, deren Habitus nicht natürlich gewachsen ist, sprich: Hier hat der Mensch gestalterisch eingegriffen. Die Schnittmaßnahmen dienen unter anderem dazu, die gestalterische Form zu erhalten. Platanen, die zu Dachplatanen oder Schirmplatanen herangezogen wurden, müssen regelmäßig und zum Teil auch rigoros zurückgeschnitten werden. Die waagrechten Äste der Platanen rund um den Stamm werden wie Radspeichen gezogen. Aus diesen flach stehenden Ästen wachsen jedes Jahr zahlreiche senkrecht nach oben gehende Triebe, die im Winter komplett bis auf den Hauptast zurückgeschnitten werden.

So entstehen über die Jahre keulenartig verdickte Triebenden. Oft findet man Platanen an Standorten, an denen ein Höhenwachstum von Bäumen ungünstig ist. „Durch die gute Schnittverträglichkeit der Platane muss an solchen Standorten nicht auf Bäume verzichtet werden“, erklärt Seelbach. Ein weiterer Grund für den wichtigen Herbstschnitt sei die Gewährleistung der Verkehrssicherheit, verdeutlicht er.

Last der Blattmassen

Durch ihr Wachstum passen sich Bäume fortwährend an äußere Belastungen an und sind in der Lage optimal statische Schwächen auszugleichen. Bei jedem Baum besteht ein physiologisches Gleichgewicht zwischen Wurzel, Stamm und Krone, welches sich auf die jahrzehntelange Gestaltung durch den Menschen eingerichtet hat. Ohne die Schnittmaßnahmen geriete das Gleichgewicht aus dem Lot und die Last der Blattmassen würde zum Problem. Formschnitte müssen daher bei Platanen von frühester Jugend an regelmäßig durchgeführt werden. Eine einmal in Form geschnittene Platane kann sich in der Regel nicht mehr zu einem Baum mit natürlichem Habitus entwickeln und muss regelmäßig weiter geschnitten werden.

Genauso wenig kann man aus einer alten und natürlich gewachsenen Platane durch radikale Kappung eine ansprechende Formschnittplatane herstellen, erklärt der Fachmann aus dem Bauamt. Um den Erhaltungsschnitt bei den Platanen im Stadtgebiet durchzuführen, waren drei Bauhofmitarbeiter im Einsatz. Etwa sechs Tage haben sie für die Rückschnittarbeiten benötigt.

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