Eppelheim

KVE Doppelspitze mit Klaus Erni und Nicole Müller-Stapf tritt die Nachfolge des scheidenden Vorsitzenden an

Seeger will sich Privatleben widmen

Eppelheim.Es ist das Ende einer Ära. Heiner Seeger (Bild), Vorsitzender des KV Eppelheim, hatte vor der Jahreshauptversammlung sein Ausscheiden angekündigt. Nach 50 Jahren als Spieler und Funktionär möchte sich der 67-Jährige künftig mehr seinem Privatleben widmen. Die neu gewählte Doppelspitze besteht aus Nicole Müller-Stapf und Klaus Erni.

Der in Eppelheim geborene Seeger begann seine Karriere im Sportkegeln 1968, also vor genau 50 Jahren. Er hielt dem KVE stets die Treue, spielte für Frei Holz, Goldene 9 und den Vollkugelklub. Rund 180 Bundesligaspiele hat er absolviert, seine Bestleistung betrug 1078 Kegel. Die größten Erfolge Seegers waren Deutscher Vereinspokalsieger (1984), Deutscher Mannschaftsmeister Senioren (2001), Deutscher Meister Versehrte (1999) und mehrfacher Vizemeister (Versehrte, 1. Bundesliga, Senioren-Mannschaft).

Viel bedeutender ist jedoch seine Karriere als Funktionär. Heinrich Seeger hat stets mit neuen, wegweisenden Ideen die Zukunft des Kegelsports sowohl auf Vereins- und Klubebene als auch auf nationaler Ebene mit gestaltet. „Machen, nicht lange reden“, so lautete Seegers Motto, der mit seiner Eloquenz viele beeindruckt und überzeugt hat.

Den Ehrenämtern als Schriftführer, Trainer, Sportwart und Clubvorsitzender folgte sein Engagement auch im Deutschen Keglerbund Classic (DKBC) als Leiter der Fachkommission Bundesligen. Die Idee der 120 Wurf stammte unter anderem von ihm, jedoch ohne Punktewertung. Die vom internationalen Verband aufgezwungene Lösung widerstrebte ihm. „Man darf den Menschen in einer Demokratie nicht vorschreiben, was sie tun sollen“, sagte Heinrich Seeger.

Letztendlich führte die Finanzierung und einseitige Förderung des 120er Systems zur Spaltung im deutschen Kegelsport. 2012 setzte er als Vorsitzender der Gründungsversammlung der Deutschen Classic-Kegler Union (DCU) einen Meilenstein. Ein weiteres Mandat folgte als Vorsitzender des Rechtsausschusses.

Mit Classic-Arena verbunden

Der Name Heinrich Seeger steht auch mit dem Bau der Classic-Arena in Eppelheim in Verbindung. Ein Zielkonflikt aller am Entscheidungsprozess Beteiligten sowie eine große Belastung in der Folge, wie er ausführt. Nach deutlicher Schieflage des Vereins übernahm er 2008 dessen Führung. Eine Mammutaufgabe, wie sich herausstellte. Ein Konzept erstellen, die Bahntechnik modifizieren, Fehler beseitigen, Kosten drastisch senken, einen Wirtschaftsbetrieb aufbauen, notwendige Investitionen tätigen – das alles tat er stets mit persönlichem Engagement vorangehend.

„Es war harte Arbeit“, so Seeger. Die erheblichen Betriebskosten der Kegelhalle, durch Planungsmängel verursacht, beschäftigen die Mitglieder, die die höchsten Beiträge entrichten und die meisten ehrenamtlichen Stunden aller Eppelheimer Vereine leisten, bis heute.

„Aber die Classic-Arena ist das Herz des Kegelsports in Deutschland“, sagt Seeger trotz aller Mühen nicht ohne Stolz. Dutzende Veranstaltungen haben in seiner zehnjährigen Ägide als KVE-Vorsitzender stattgefunden. Es waren sicherlich tausende Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die er geleistet hat, ein Tag konnte schon mal von 4 Uhr bis weit nach Mitternacht dauern. Stets stand die Jugendförderung für ihn im Mittelpunkt, „Priorität eins, wie Seeger überzeugend ausführt.

Sein Resümee fällt so aus: „Viele Ziele wurden erreicht, sportlich und wirtschaftlich ist der Verein nachhaltig aufgestellt.

Nun muss die Last mehr verteilt werden, denn „der KVE sind wir alle“ (Seeger). Für den gelernten Industriekaufmann und IT-Experten soll nun das Privatleben im Vordergrund stehen. „Zeit für meine Familie, Freunde auch einmal für sich haben“, das wünscht er sich für die kommenden Jahre. Bild: Rappe

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