Eppelheim

Sanitäre Anlagen Friedhof mit barrierefreier Toilette ausgestattet / Anschaffung kostet 16 500 Euro

Sie funktioniert ohne Wasser und Chemie

Eppelheim.Weil der Zugang zu der Toilettenanlage an der Friedhofshalle schon seit ihrem Bau in den 1960er Jahren nicht barrierefrei ist, wurde in der Vergangenheit mehrfach aus der Bevölkerung der Wunsch nach einer barrierefreien Toilette auf dem Friedhof an die Stadtverwaltung herangetragen. Bürgermeisterin Patricia Rebmann beauftragte das Bauamt mit einer Standortüberprüfung. Da die Investition mit Blick auf die angespannte Haushaltslage nicht viel kosten durfte und auch die Folgekosten gering gehalten werden sollten, fiel die Wahl auf eine Kazuba-Trockentoilette der Firma Nowato, einem Unternehmen aus Frankfurt, das sich auf „No water toilets“, also wasserlose Toiletten, spezialisiert hat.

Die aus robustem und wetterfestem Holz gefertigte Toilettenanlage schont dank ihres innovativen Systems Umwelt, Ressourcen und Kosten, ist schnell montiert, einfach zu reinigen und braucht nur wenig Wartung. Der Beschluss zum Kauf einer Kazuba-Toilette des Typs „K2“ wurde in der Sitzung des technischen Ausschusses am 18. November 2019 gefasst; die Kosten für die Anschaffung beliefen sich auf rund 16 500 Euro, informierte Bauamtsleiter Michael Benda.

Die Trockentoilette wurde als neues Serviceangebot für die Friedhofsbesucher im nördlichen Bereich des Friedhofs gut erreichbar direkt am Weg zwischen den Friedhofseingängen Boschstraße und Grenzhöfer Straße installiert. Die Kazuba-Toilette funktioniert komplett autark, ganz ohne Wasser- und Abwasserkanalisation. Obendrein benötigt das System weder Einstreu noch Chemie. Das macht ihren Unterhalt günstig.

Beleuchtung übers Solarpaneel

Zu der Toilettenanlage gehören ein Sammeltank und ein Belüftungssystem, das durch Wind- und Sonnenenergie betrieben wird. Bei der Toilette werden Feststoffe und Flüssigkeiten voneinander getrennt. Ein konstanter Luftzug trocknet die Feststoffe und lässt Flüssigkeiten schneller verdunsten. Erstere können abgesaugt und kompostiert oder entsorgt werden. Der ständige Luftzug im System reduziert das Volumen der Toilettenreststoffe bis zu 90 Prozent, tötet Keime ab, fördert die aeroben Bakterien, beseitigt Gerüche und sorgt für frische Luft. Zudem funktioniert die Beleuchtung autark, denn der Strom wird über ein Solarpaneel auf der Anlage erzeugt.

Das modulare Design der Toilettenkabine und ihrem separat zugänglichen Urinal ließ es zu, die Anlage optimal den Gegebenheiten anzupassen. Aufgestellt und montiert wurde die umweltfreundliche Toilettenanlage Anfang Dezember. Ihr Fundament und der umliegende, ebenerdige Außenbereich wurden von den Friedhofsmitarbeitern mit Unterstützung des Bauhofs vorbereitet und gestaltet. Momentan sind noch kleine Restarbeiten zu erledigen, bevor die Toilette für die Benutzung freigegeben werden kann. sge

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