Eppelheim

1250 Jahre Eppelheim Fuchsfangturnier hält spezielle Variante von Doppelkopf lebendig

Sie machen Jagd aufs Karo-Ass

Archivartikel

Eppelheim.Beim Fuchsfangturnier wurde weder einem Fuchs noch sonst einem Tier Leid zugefügt. Denn der „Fuchs“, der bei diesem Spiel „gejagt“ wird, ist das Karo-Ass. Damit wird klar, dass es sich beim Fuchsfangspiel um ein Kartenspiel handelt – und zwar um ein ganz besonderes: „Das ist die Eppelheimer Variante des bekannten Kartenspiels Doppelkopfs“, erklären die Fuchsfänger. Der wesentlichste Unterschied zum „Doppelkopf“: „Gespielt wird ohne Ansage von Re und Kontra.“ Grundlage fürs Fuchsfangen ist ein Doppelkopfkartenspiel, aus dem alle 7er- und 8er-Spielkarten heraussortiert werden. Die übrigen 48 Spielkarten werden unter den Spielern verteilt.

Bevor das Turnier startete und die Spieler auf Punktejagd gehen konnten, erläuterte Uwe Treiber die wichtigsten Regeln. „Trumpfkarten sind alle Damen, Buben und Karos. Die Herz-Zehn ist die höchste Karte von allen und das Karo-Ass ist der Fuchs.“ Alle anderen Karten werden beim Fuchsfangspiel als Fehlfarben bezeichnet. Wenn ein Spieler als besondere Kartenkonstellation zwei Kreuz-Damen auf der Hand hat, hat er die Möglichkeit, eine „Hochzeit“ anzusagen.

Lange Tradition

In Eppelheim hat das Fuchsfang-spiel eine lange Tradition. Uwe Treiber, Horst Seifert, Volker Fischer und Jürgen Stotz kennen sich seit ihrer Jugendzeit. Sie gründeten vor mehr als 40 Jahren die „Fuchsfänger“. Später kam noch Klaus Ehret hinzu. Die fünf treffen sich seither regelmäßig mit Gleichgesinnten zum Fuchsfangspiel. Zum Jubiläum „1250 Jahre Eppelheim“ wollten die Fuchsfänger einen Beitrag leisten und haben im Foyer der Rudolf-Wild-Halle ein „Fuchsfangturnier“ organisiert.

Preise für die besten Spieler wurden verliehen. Für den Turniersieger gab es zudem eine Glastrophäe. Diese schöne Erinnerung durfte sich nach drei Spielrunden und souveränem Spielsieg Altstadtrat Guido Bamberger mit nach Hause nehmen. Für das Jubiläumsturnier hatten sich 20 Spieler angemeldet, die an fünf Spieltischen ihre Plätze einnahmen. Bürgermeisterin Patricia Rebmann lobte das Engagement der Fuchsfänger, die diese Eppelheimer Variante des Doppelkopf-Kartenspiels seit vielen Jahren am Leben halten. Sie wünschte sich, dass auch kommende Generationen dieses Kartenspiel noch kennen und spielen mögen. „Heute sind Sie alle hier in der Verantwortung, dass diese lokale Tradition nicht ausstirbt. Ihr seid die Lehrmeister für die nächsten Generationen“, hob sie gegenüber den Fuchsfängern hervor. sge

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional