Eppelheim

Rudolf-Wild-Halle Stephan Wirtz organisiert Videokonferenz mit zwölf Simultandolmetschern aus zehn Ländern

Stimmen aus Eppelheim nach halb Europa

Archivartikel

Eppelheim.Kernige kurpfälzische Klänge waren es, die noch kurz vor Corona bei der Prunksitzung in der Eppelheimer Rudolf-Wild-Halle zu hören waren. Heute aber klingt dort ein ungewohntes vielsprachiges Stimmengewirr gedämpft aus einer ganzen Reihe von kleinen Kabinen im Veranstaltungsraum „Belcanto“. Dort sitzen Dolmetscher an ihren nur knapp zwei Quadratmeter großen Arbeitsplätzen, vor sichstattliche Bildschirme, durch die sie per Videotechnik mit Konferenzteilnehmern aus Barcelona, Genf, Monaco oder Paris verbunden sind.

Weil internationale Begegnungen angesichts der weltweiten Corona-Lage weitestgehend eingefroren sind, versuchen viele Unternehmen, ihre mehrsprachigen Tagungen mithilfe von Videokonferenzen umzusetzen. Für eine dieser Veranstaltungen hat nun der Eppelheimer Diplom-Dolmetscher Stephan Wirtz einen ungewöhnlichen, aber sehr geeigneten Rahmen organisiert. Die insgesamt zwölf Simultandolmetscher treffen sich dieser Tage in Eppelheim, um für Mitarbeiter des in Amsterdam ansässigen Kosmetik- und Parfumkonzerns Coty in sieben Sprachen zu dolmetschen. Die Firmenangehörigen aus zehn Ländern müssen aufgrund der Reisebeschränkungen zu Hause bleiben.

Raum ist perfekt

Aufgrund der Kontaktverbote sitzen die Sprachmittler in winzigen Einzelkabinen, umrahmt von einer umfangreichen Ton- und Videotechnik, die von der Firma Ellerbrock bereitgestellt wird und dafür sorgt, dass alle Konferenzteilnehmer problemlos miteinander kommunizieren können. Wirtz freut sich, dass dieses Projekt in seinem Wohnort Eppelheim umgesetzt werden konnte: „Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung unter Bürgermeisterin Patricia Rebmann war völlig unkompliziert und der Raum hier ist für uns Dolmetscher einfach perfekt. Wir sind alle sehr froh, dass wir in Eppelheim so gut arbeiten und damit diese Tagung möglich machen können.“

In den letzten Wochen und Monaten haben auch Konferenzdolmetscher überall in der Welt stark unter der Corona-Krise gelitten. Zahllose Veranstaltungen wurden abgesagt und damit auch wichtige Aufträge für die fast ausnahmslos freiberuflichen Übersetzungsexperten.

„Wir Dolmetscher leben für menschliche Begegnungen und Verständigung“, fasst Stephan Wirtz den Berufsethos seiner Kollegen treffend zusammen und ergänzt: „Diese mehrsprachigen Videokonferenzen funktionieren gut, sind aber natürlich nur ein schwacher Ersatz für die persönliche Begegnung. Wir spüren bei jeder dieser Veranstaltungen die Sehnsucht aller, sich bald wieder direkt in die Augen schauen und wichtige Dinge auch mal in der Kaffeepause klären zu können.“ zg/mbö

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional