Eppelheim

Theodor-Heuss-Schule Die 4a mit ihrer Lehrerin Alexandra Staudt beschäftigt sich mit dem Medienprojekt „Klasse Kids“ / Redakteurin besucht den Unterricht

Und wenn die Zeitung nicht fertig wird?

Eppelheim.„Warum ist die Zeitung weiß und man kriegt schwarze Finger, wenn man sie anfasst?“ Leonies Frage war eine von vielen, die mir die pfiffigen Schüler aus der 4a der Theodor-Heuss-Schule bei meinem Besuch in der Klasse gestellt haben.

Lehrerin Alexandra Staudt hatte die Mädchen und Jungen bestens vorbereitet, seit einigen Tagen beschäftigen sie sich im Unterricht mit dem Medienprojekt „Klasse Kids“. Zwei Wochen lang bekommt jeder Schüler täglich eine eigene Ausgabe der „Schwetzinger Zeitung“. Im Unterricht wird das Printmedium besprochen. Am Ende darf ich als Redakteurin die Schüler besuchen, von meinem Berufsalltag erzählen und Fragen beantworten.

Gerade Termine wie dieser, der Kontakt zu Menschen – besonders zu jungen – sind es, warum mein Beruf einen großen Spaßfaktor mit sich bringt. Danach fragte mich Arion.

Bereitwillig meldeten sich Quirin und Isabelle, als ich um Mithilfe gebeten hatte. Meine freiwilligen Assistenten haben sehr zuverlässig die Fragen ihrer Mitschüler notiert. Ganz herzlichen Dank, ihr beiden. Toll gemacht!

Nachdem mir die Viertklässler erzählt hatten, was sie schon alles gelernt haben, hat die Fragerunde auch schon angefangen. Tamara wollte wissen, woher wir die Informationen aus Eppelheim bekommen, die dann in der „Schwetzinger Zeitung“ stehen. Die schicken uns die Vereinsmitglieder, damit wir wissen, wann Veranstaltungen stattfinden. Wir kündigen die Termine an, denn möglichst viele Menschen sollen ja davon erfahren und auch die Möglichkeit haben hinzugehen. Außerdem berichten wir in Wort und Bild darüber.

Immer wieder rufen auch Eppelheimer an, die uns auf eine Situation aufmerksam machen, um die wir uns dann kümmern. Und die Stadtverwaltung versorgt uns außerdem mit Auskünften. Oder eure Lehrer, die uns zum Beispiel mitteilen, wann ihr Schulfeste habt.

Aylin beschäftigte die Frage, ob wir die Zeitung mit der Hand schreiben. Das wäre sehr mühsam bei dem Umfang. Nein, wir haben Computer zur Verfügung und spezielle Programme, mit denen wir die Seiten füllen und gestalten.

Ob es sein kann, dass in der gedruckten Zeitung eine Überschrift fehlt, wollte Marko wissen. Dass der Raum, der dafür vorgesehen ist, komplett frei bleibt, kann eigentlich nicht passieren. Wenn wir über einen Artikel noch einmal drüberlesen, fällt die Leere auf. Und spätestens, wenn eine Zeitung in Druck geht, gibt es einen Alarm.

Wie erkennt man eine Ente?

„Wie erkennt man eine Zeitungsente?“, fragte Leonie. Im besten Fall bevor sie dazu wird. Denn eine Zeitungsente, das wusste die Viertklässlerin ganz genau, ist eine Falschmeldung. Wir bemühen uns immer um Sorgfalt, wenn wir die Fakten, die in der Zeitung veröffentlicht werden, auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. Und falls dann tatsächlich mal ein inhaltlicher Fehler durchrutscht, geben uns sehr schnell unsere aufmerksamen Leser Bescheid. Dann korrigieren wir das am nächsten Tag mit einer Meldung.

Sophie beschäftigte sich damit, woher der Begriff kommt. „Ente“ heißt auf Französisch „canard“. Man vermutet, dass vor rund 200 Jahren der Ausdruck „donner des canards“ (lügen) oder „vendre des canards à moitié“ (nicht die ganze Wahrheit sagen) in den deutschen Sprachgebrauch übernommen wurde. Eine andere Erklärung ist, dass sich der Begriff vom französischen Satireblatt „Le canard enchaîné“ ableitet.

Wahab interessierte sich dafür, ob man die Zeitung kaufen muss. An dem Druckerzeugnis arbeiten ja ganz viele Menschen. Das sind nicht nur die Journalisten und Fotografen, sondern ebenso die Kollegen in der Druckerei oder im Büro – und nicht zuletzt die Zusteller, die frühmorgens aufstehen, um den Abonnenten die druckfrische „Schwetzinger Zeitung“ zu bringen. Aber auch das Material wie Papier und Druckerfarbe oder die Computer kosten Geld. Und wie alles, das einen Wert hat, sollte deshalb auch ein Printmedium bezahlt werden.

„Was ist, wenn die Zeitung nicht fertig wird?“, sorgte sich Lenny. Da wir erst nachts, gegen Mitternacht, fertig sein müssen, haben wir schon ein bisschen Zeit. Und wenn eine Veranstaltung spät am Abend stattfindet oder ein unvorhergesehenes Ereignis passiert, das wir aktuell verarbeiten, damit unsere Leser schnell informiert sind, wird es auch mal später. Aber wir bekommen dann rechtzeitig eine Nachricht aus der zuständigen Abteilung, dass wir jetzt langsam zum Ende kommen sollten. Und das tun wir dann.

„Haben Sie früher geschaut, wie es die anderen gemacht haben?“, wollte Marko wissen. Ganz klar: Ja! Denn ich finde, im Beruf wie im Leben geben Kollegen oder Menschen, die schon Erfahrung auf einem Gebiet haben, die besten Tipps. Die muss man aber nicht unbedingt zu 100 Prozent kopieren, sondern auf seine Arbeit übertragen.

Keine Antworten schuldig bleiben

Übrigens: Zu den Dingen, die man mir beigebracht hat, gehört, dass wir möglichst keine Antworten schuldig bleiben sollten. Deshalb, liebe Leonie: Das Papier einer Zeitung ist zwar weiß (oder gräulich, weil es Recyclingpapier ist), aber die Texte sind mit schwarzer Farbe gedruckt. Und weil die Zeitung morgens, wenn sie zu den Lesern gelangt, erst wenige Stunden alt ist, kann es vorkommen, dass sie noch abfärbt.

Außerdem ist eine Tageszeitung sehr schnell veraltet und wird von der aktuelleren Ausgabe ersetzt. Deshalb sind Druck und Verarbeitung qualitativ zwar gut, aber nicht so aufwendig wie beispielsweise bei einem Buch.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional