Eppelheim

Arbeiten in Corona-Zeiten Tankwart Yasar Bora schenkt den Kunden ein Lächeln und muntert sie auf / Er hilft, wo er kann

„Unvernunft macht mir Angst“

Archivartikel

Eppelheim.Auf die Frage, wie es ihm geht, gibt Yasar Bora den Kunden der Aral-Tankstelle Sammet ein freundliches „alles bestens, ich kann nicht klagen“ als Antwort. Selbst in Corona-Zeiten jammert der 42-jährige Familienvater nicht und schenkt stattdessen den Kunden ein Lächeln.

Bora gehört zu der Gruppe von Menschen, von denen erwartet wird, dass sie auch in Krisenzeiten ihre Arbeit machen. Er hat an der gut frequentierten Tankstelle in der Schwetzinger Straße täglich Kundenkontakt. „Mein Verhalten hat sich in Zeiten von Corona gegenüber den Kunden nicht verändert. Ich bin immer freundlich und helfe, wo ich kann.“

Den Tränen nahe

Vor allem ältere Kunden, die sich in der Tankstelle ihre Zeitung kaufen und in den vergangenen Wochen die Maßnahmen und Einschränkungen aufgrund der Corona-Ausbreitung lesen mussten, seien manchmal den Tränen nahe gewesen. „Für sie habe ich immer aufmunternde Worte. Das ist meine ganz eigene Waffe gegen Corona.“

Angst, das Virus selbst zu bekommen, hat der verheiratete Eppelheimer nicht. Sorgen bereiten dem Vater von zwei Teenie-Töchtern, der in seiner Freizeit am liebsten in seinem Garten in der Eppelheimer Kleingartenanlage ist, das Verhalten und die Unvernunft einiger Mitmenschen. „Diese Hamsterkäufe sind mir ein Rätsel. Sie verursachen Panik in der Bevölkerung.“ Yasar Bora, der im Alter von 15 Jahren aus der Türkei nach Eppelheim kam, achtet jetzt noch mehr als sonst darauf, sich noch häufiger als bisher die Hände zu waschen und zu desinfizieren und den geforderten Abstand einzuhalten. Eine Plexiglasscheibe, die im Kassenbereich angebracht wurde, schützt ihn und die Kunden vor einer möglichen Ansteckung.

Seit 20 Jahren angestellt

Eigentlich hat Yasar Bora den Beruf des Technischen Zeichners gelernt. Doch Freude gemacht hat ihm diese Arbeit nicht. Ganz anders hingegen seine Beschäftigung an der Tankstelle in der Schwetzinger Straße, wo er schon seit 20 Jahren angestellt ist und mittlerweile sogar in leitender Funktion arbeitet. Er ist stets für die Kunden da – und das sehr gerne und ohne Angst vor Corona.

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