Eppelheim

Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Empfang für englische Austauschschüler aus Coggeshall in Essex im Rathaus / Bürgermeisterin Rebmann steht Rede und Antwort

Wird aus Schulpartnerschaft eine Städteverbindung?

Eppelheim.Über Kultur und Sprache anderer Länder kann man viel aus Büchern und Erzählungen erfahren. Das gedruckte Wort kann aber keine persönlichen Erlebnisse und Erinnerungen ersetzen. Ihren Besuch in Eppelheim werden die 17 Schüler der „Honywood Community Science School“ aus Coggeshall in Essex sicher nicht so schnell vergessen. Die englischen Austauschschüler konnten jetzt auf Einladung des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) eine Woche in der Region verbringen, Land und Leute näher kennenlernen, neue Freundschaften knüpfen und ihre Deutschkenntnisse vertiefen.

Die Achtklässler waren allesamt bei Patenfamilien untergebracht. Im Sommer erfolgt der Gegenbesuch der Eppelheimer Schüler in Coggeshall. Neben Ausflügen nach Mainz, Heidelberg und Stuttgart, wo unter anderem der Besuch des Ritter-Sport-Museums und Shopping in der Landeshauptstadt anstanden, wurden die Austauschschüler mit ihren Lehrkräften im Rathaus von Bürgermeisterin Patricia Rebmann willkommen geheißen.

Als Hauptorganisatorinnen des Schüleraustauschs waren Samantha Armstrong und Melanie Zweig dabei. Unterstützt wurden sie von Matt Wood und Isabel Antretter sowie von Thomas Becker, Konrektor des DBG. Die Rathauschefin hatte für die jungen Gäste viel Zeit mitgebracht. Sie stand ihnen in fließendem Englisch Rede und Antwort und verköstigte sie mit Capri Sun, dem bekanntesten Getränk, das in Eppelheim produziert wird.

Über Arbeit informiert

Da in England das Amt des Bürgermeisters ehrenamtlich ausgeübt wird, war es für die Schüler interessant zu erfahren, wie umfangreich und vielfältig das Aufgabengebiet einer Bürgermeisterin ist. Rebmann informierte die jungen Gäste, dass sie nicht alleine die politische Verantwortung trage, sondern 22 Stadträte über das Wohl der Stadt mitbestimmen und es dazu regelmäßige Zusammenkünfte im Bürgersaal gebe. Der Raum werde auch für Trauungen genutzt. In Deutschland könne man praktisch zweimal heiraten und feiern: einmal standesamtlich und einmal kirchlich.

Patricia Rebmann informierte die Schüler noch über die Einwohnerzahl und den Wasserturm als Wahrzeichen der Stadt. In der lockeren Gesprächsrunde wurde Rebmann auch gefragt, wie lange die Amtszeit eines Bürgermeisters dauert, ob sie oft schwere Entscheidungen treffen müsse und wo ihr Lieblingsplatz in Eppelheim sei. Letzteres konnte sie mit einem Strahlen im Gesicht eindeutig beantworten: ihr neu erworbenes Haus in Eppelheim, in das sie noch dieses Jahr mit ihrer Familie einziehen werde.

Mit den Worten „No money, no buildings“ (kein Geld, keine Bauwerke) machte sie deutlich, wie sehr durch die schlechte finanzielle Haushaltslage der Stadt momentan Ideen für Bauvorhaben auf Eis gelegt werden müssen. Die Schüler wollten auch wissen, ob Eppelheim bereits eine Städtepartnerschaft mit einer englischen Kommune pflege. Dies musste die Bürgermeisterin zwar verneinen, aber abgeneigt war sie ganz und gar nicht: „Come on, let’s talk about it“ (Kommt, lasst uns darüber reden), ermunterte sie die Schüler.

Bei der Gelegenheit wollte sie von den Achtklässlern wissen, warum man unbedingt Coggeshall besucht haben sollte. Das war für die Jungen und Mädchen eine leichte Aufgabe. Denn das Städtchen hat viele Sehenswürdigkeiten, einen historischen Stadtkern, viele schöne Geschäfte und eine interessante Stadtgeschichte zu bieten. Von London liegt es nur 45 Minuten entfernt. Unweit von Coggeshall, in Tiptree, liegt zudem der Firmensitz der berühmten englischen Marmeladenfabrik Wilkin & Sons. Zum Abschied gab es für Patricia Rebmann als Dankeschön für die Einladung ins Rathaus noch einen niedlichen Porzellankrug mit Hasenmotiv für das Hasenmuseum. Die Schüler bekamen von der Bürgermeisterin im Gegenzug ein Eppelheim-Notizbuch samt Kugelschreiber, damit sie die Stadt noch lange in Erinnerung behalten mögen. sge

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