Hockenheim

Im Interview Oberbürgermeister Marcus Zeitler über seinen ersten Arbeitstag / Besuche in Büros der Mitarbeiter gemacht / Mietvertrag in Hockenheim unterschrieben

Ab November geht’s zu Fuß ins Rathaus

An Bewegung mangelte es Marcus Zeitler an seinem ersten Arbeitstag als Oberbürgermeister von Hockenheim nicht: „Wir sind das Rathaus querbeet von oben nach unten auf- und abgelaufen, weil es mir wichtig war, dass ich bei jedem vorbeigehe und zumindest ,Hallo‘ sage“, beschreibt der am 21. Juli Gewählte, der am 14. September ins Amt eingeführt wird. Was er für sein Dienstzimmer mitgebracht hat und wie es mit seinen Umzugsplänen aussieht, erklärt Zeitler im Interview.

Was haben Sie aus Ihrem Büro in Schönau mitgebracht, weil Sie nicht darauf verzichten wollten?

Marcus Zeitler: Die Fahne des Großherzogtums Baden hatte ich auch schon in Leimen hängen – sie begleitet mich von Rathaus zu Rathaus. Dazu die kleine Baden-Flagge für den Schreibtisch und der Bundesadler in Bronze gegossen, dann darf die Kerze nicht fehlen, die meinen katholischen Glauben symbolisiert, und das Antrittsgeschenk meiner Lebenspartnerin: eine Skulptur von Kerstin Stark mit dem Titel „Zusammen etwas bewegen“.

Was bedeuten Ihnen die Fahnen des Großherzogtums Baden?

Zeitler: Sie symbolisieren meine Heimatverbundenheit und sollen Besucher daran erinnern, in welchem Teil von Baden-Württemberg sie sich befinden.

Sehen Sie innenarchitektonisch Veränderungsbedarf in Ihrem Dienstzimmer?

Zeitler: Da bleibt erstmal alles so, wie es ist – ich denke, hier im Rathaus gibt es weitaus wichtigere Aufgaben als die Einrichtung des OB-Büros. Wichtig ist, dass der PC und das Telefon funktionieren.

In Ihrem Vorzimmer hat sich aber etwas verändert?

Zeitler: Richtig, dort sitzt jetzt Verena Raab, die bisher das Sekretariat von Bürgermeister Thomas Jakob-Lichtenberg betreut hat. An ihre Stelle ist Sandra Batke gerückt.

Konnten Sie in der kurzen Zeit zwischen dem Abschied aus Schönau und dem Neubeginn in Hockenheim etwas Erholung finden?

Zeitler: Wir waren sechs Tage in Röhrnbach im Bayerischen Wald. Es war sehr erholsam und ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn es noch länger gedauert hätte.

Weist Ihr Terminkalender noch weiße Stellen auf oder sind die kommenden Wochen schon voll belegt?

Zeitler: Belegt und dicht – und das ist auch gut so. So kann ich mir einen Überblick verschaffen und bin überall drin, dann kann man auch sondieren, wo man Prioritäten setzt. Ich ich will überall hineinschnuppern und am Anfang viel lernen, wie sich das gehört. Der Vorteil ist, dass ich ein bisschen Verwaltungserfahrung mitbringe. Die ganzen Gespräche, die ich am ersten Tag geführt habe, zeigen, dass man viele Gemeinsamkeiten findet, was Probleme und Herausforderungen angeht – kaputte Straßen sehen in Schönau genauso aus wie in Hockenheim, um über den fehlenden Kindergartenplatz ärgern sich die Mütter in beiden Kommunen gleichermaßen. Wobei in Schönau aktuell keine Plätze fehlen, weil wir flexibel nutzbare Gebäude haben.

Wie oft waren Sie schätzungsweise seit dem zweiten Wahlabend in Hockenheim? Es gab ja einige offizielle Anlässe . . .

Zeitler: Das dürften 15 bis 20 Besuche gewesen sein, beispielsweise Dieter Gummers Verabschiedung, einige Veranstaltungen, wir haben den einen oder anderen Verein besucht, am Sonntag war ich in der Kirche, dazwischen gab es Gespräche, etwa zum Gemeindeentwicklungskonzept. Und es gab einiges abzuklären, das mich während des Wahlkampfs an Bürgeranfragen erreicht hatte und das ich vor Ort abklären wollte, um es nach und nach abzuarbeiten.

Sie waren ja sehr schnell mit der Kündigung Ihrer Wohnung – hatten Sie schon Besichtigungstermine für ein neues Domizil?

Zeitler: Der Mietvertrag der neuen Wohnung zum 1. November ist schon unterschrieben. Für mich ist das eine absolute Pflicht, dass der Schultes am Ort wohnt, auch wenn das jeder Kollege für sich entscheiden muss. Wir haben einige Objekte angeschaut, dann kam ein Anruf eines Hockenheimers, der auf ein Haus in seiner Nachbarschaft hingewiesen hat, und es hat super gepasst. Mein Ziel war ja ein Umzug in diesem Jahr. Wir hatten viel Unterstützung.

Wie lange sind Sie derzeit unterwegs, um zu Ihrem Arbeitsplatz zu kommen?

Zeitler: Ich bin zwischenzeitlich nach Schriesheim zu meiner Partnerin gezogen, von dort brauche ich 30 bis 40 Minuten. Und in zwei bis drei Monaten kann ich dann gemütlich ins Geschäft laufen.

Was begleitet Sie während der Autofahrt nach Hockenheim – Radionachrichten oder Hörbücher?

Zeitler: Ich höre noch CDs im Auto: AC/DC und Metallica. Ich habe eine tolle Sammlung an Hardrock und Heavy Metal. Wobei ich mich auch für Blaskapellen begeistern kann, wenn die Musik handgemacht ist und man spürt, wie die Musiker ihre Instrumente beherrschen.

Bliebe noch die Frage, warum der leidenschaftlich badische Oberbürgermeister eine Krawattennadel des SV Werder Bremen trägt?

Zeitler: Meine Schwester, die zehn Jahre älter ist als ich, studierte in Bremen und nahm mich als Jungen mit ins Weserstadion – ich durfte in der ersten Reihe sitzen. Nach dem 3:2-Sieg schüttelte mir ein netter Herr die Hand. Am Abend sah ich im Fernsehen, dass es Otto Rehagel war. Seitdem gilt für mich: Grün-Weiß ein Leben lang. Auch in schlechten Zeiten.

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