Hockenheim

Artenvielfalt Naturschutzbund und Sparkasse geben via Kamera wieder Einblicke ins Storchennest

Adebars klappern im Zentrum

Archivartikel

Noch ist das „Kinderzimmer“ leer bei Svea und Jonas in der Unteren Hauptstraße, doch Ende März oder Anfang April erwarten Gabi und Thomas Picke vom Naturschutzbund (Nabu), dass das Weißstorchenpaar Eier zu bebrüten hat. Svea ist am 29. Januar nach Hockenheim zurückgekehrt, Jonas wurde am 8. Februar erstmals wieder hier gesichtet, wo er sich seit 2009 wohlzufühlen scheint.

„Begattungen gab’s schon viele – in allen Nestern“, zeigt sich Gabi Picke zuversichtlich, dass es an Nachwuchs beim Hockenheimer Storchenpaar ebenso wenig mangeln wird wie in den anderen Brutgebieten, die sie betreuen. Durchschnittlich vier Tage früher als in den vergangenen Jahren seien die Tiere aus den Überwinterungsgebieten zurückgekommen. Dass alle Nester binnen vier Wochen besetzt waren, hat die Nabu-Storchenexpertin noch nie erlebt.

Neue Kamera und Übertragung

Zu erleben sind die beiden Adebars seit Anfang März auch wieder ganz aus der Nähe – dank der bewährten Zusammenarbeit des Naturschutzbunds mit der Sparkasse Heidelberg in deren Schalterhalle der Regionaldirektion an der Fortunakreuzung. Wie Nabu-Sprecher Thomas Picke berichtet, liefern eine neue Kamera (die bisherige war im Juli 2018 einem Blitzschlag zum Opfer gefallen) und eine neue Übertragungstechnik noch bessere Bilder – dank Infrarotkapazität sogar in der Dunkelheit. Eingerichtet und programmiert hat den Arbeitsplatz Michael Graf.

Im zehnten Jahr seit der Rückkehr der Weißstörche ins Nest auf dem Anwesen der Familie Adelsberger freuen sich die Pickes mit Filialdirektor Michael Greul auf ein ähnlich großes Interesse wie in den Vorjahren, in denen viele Kindergartengruppen und Schulklassen einen Blick ins Nest werfen wollten.

Weil es die einzige Kamera im Rhein-Neckar-Kreis ist und auch im nördlichen Landkreis Karlsruhe sowie in der benachbarten Pfalz keine solche Beobachtungsmöglichkeit gibt, nehmen immer wieder Interessierte weite Anfahrtswege in Kauf, um zu sehen, was die 13 (Jonas) und acht (Svea) Jahre alten Vögel gerade tun, berichtet Michael Greul: „Die Storchenecke ist eines der wenigen Dinge, die Alt und Jung zusammenbringen.“

Die Anzahl der Brutpaare der Weißstörche sowohl im Westen Baden-Württembergs als auch in ganz Deutschland hat stark zugenommen, erklärt Gabi Picke, die eine enge Zusammenarbeit mit der Landesstorchenbeauftragten Ute Reinhard und der Vogelwarte Radolfzell pflegt, um noch mehr über „ihre“ Paare zu erfahren. Dafür kommt der Beringung der Jungtiere eine entscheidende Bedeutung zu.

Noch mehr Informationen würde die Ausstattung mit einem Sender liefern, doch dafür müsste der Nabu Experten kommen lassen. Seit 2014 seien rund 60 Störche im Bodenseeraum „besendert“. Gabi Picke hat also ein neues Ausstattungsziel.

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