Hockenheim

Am besten wieder Pferde

Archivartikel

Franz Anton Bankuti macht sich Gedanken über den Reiterplatz

So wie früher. Drum heißt der Platz ja auch Reiterplatz. Früher prägten ihn Reitturniere, heute eher Gutachten. Kein Zweifel: Gutachten sind wichtig. Nicht nur, weil die Gutachter auch leben müssen, sie sagen uns ja schließlich, was wie los ist. Oder sein wird. Zumindest vielleicht.

Der gute alte Reiterplatz, auf den man ja mal die Stadthalle bauen wollte, bevor man sich doch entschied, die Stadthalle mitten in die Stadt zu stellen, ist also heute lärmgeplagt. Das sagen nicht alle, aber die Gutachter. Der Lärm vom Motodrom überstülpt gewissermaßen den Reiterplatz.

Immissionsrichtwerte sind ja zu einer gutachterlichen Wissenschaft für sich geworden, haben ein Eigenleben entwickelt und lassen sich von der Realität kaum beeinflussen. Wer mit dem sprichwörtlichen „gesunden Menschenverstand“ kommt, dem fliegen bestenfalls Akten um die Ohren. Da gibt es zum Beispiel „reine Wohngebiete“. Und dann gibt es, nein, nicht unreine, sondern „allgemeine Wohngebiete“ und dann gibt es urbane Wohngebiete, da darf es tagsüber drei Dezibel lauter sein. Wohl dem der das „absolute Gehör“ hat. Oder vielleicht auch nicht.

So schnelllebig das Leben oftmals sein mag, die Immissionsschutzrichtlinien können sich noch schneller ändern. Man muss also hellhörig sein. Im wahrsten Sinne des Wortes. So nach dem Motto: Immer mal wieder mit einem Gutachten probieren. Und wenn aus Lärmschutzgründen keine Pferde mehr auf den Reiterplatz dürfen, dann vielleicht Ponys. Die haben schließlich auch kleinere Ohren.

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