Hockenheim

Am Stadtkurs soll’s nicht liegen

Franz Anton Bankuti entwickelt Visionen zur Formel-1-Zukunft

Was haben Hockenheim und Panama-Stadt, die Hauptstadt des mittelamerikanischen Staates Panama, gemeinsam? Zugegeben: bisher nicht allzu viel. Sie könnten aber zukünftig gemeinsam auf einer Liste stehen. Und zwar auf einer Liste mit Städten, die in Verbindung mit Weltmeisterschaften der Formel 1 stehen. Und da hat Hockenheim ja einiges an Erfahrung, wenn auch wenig an Zukunft.

Was wiederum Hockenheim von Panama-Stadt unterscheidet. Als erstes Land in Mittelamerika will Panama in seiner Hauptstadt ein Formel-1-Rennen abhalten. Man hofft, im Jahr 2022 in den Rennkalender aufgenommen zu werden. Zumal ja ab 2021 eine Aufstockung der Zahl der Rennen auf bis zu 25 von der verantwortlichen „Liberty Media“ ins Auge gefasst wird.

Zugegeben, Tradition haben Autorennen in diesem Land nicht, dafür aber wohl finanzielle Perspektiven, denn der Staat Panama mit seinen etwa dreieinhalb Millionen Einwohnern, zwischen Costa Rica und Kolumbien gelegen, gilt als eines der reichsten Länder Lateinamerikas. Dies ist auf die Einnahmen aus dem Panamakanal zurückzuführen, der die Karibik im Norden und den Pazifischen Ozean im Süden verbindet.

Panama will sein Image international „aufmöbeln“, dazu soll ein Formel-1-Grand-Prix in die Hauptstadt mit gut 800 000 Einwohnern. Konkrete Pläne der Streckenführung liegen schon vor. Ähnlich wie in Baku in Aserbaidschan und im vietnamesischen Hanoi könnte das Rennen mitten durch die Stadt, vorbei an historischen Sehenswürdigkeiten und der modernen Skyline führen. Die Rennpiloten haben da zwar nix davon, aber es geht ja ums Image.

Und übrigens, wenn es um Rennen mitten in der Stadt geht: Wenn es gewünscht wäre, könnte Hockenheim, falls die Kurpfälzer Rennmetropole mal wieder „einspringen“ soll, auch mithalten. Da würde die Strecke einfach aus dem Motodrom herausführen, durch die Heidelberger Straße über die „Fortuna-Kreuzung“ als kleine fahrerische Schikane von der Karlsruher Straße zum Bahnhof und über die Kaiserstraße zurück in die Schwetzinger Straße. Wäre doch eine bestimmt nicht unraffinierte Strecke!

Dann könnte es entweder über den Kreisel am Ortsausgang Richtung Schwetzingen am Waldrand entlang zurück ins Motodrom gehen oder man wählt einen ganz individuellen Streckenteil, der hohes fahrerisches Können erfordert: von der Schwetzinger Straße scharf rechts ab in die Hirschstraße. Das wäre ein fahrerischer Brennpunkt just an der Stelle, an der es zurzeit dienstags gegrillte Hähnchen gibt. Über die Ziegelstraße und die Oftersheimer Straße käme man dann wieder ins Motodrom.

Das wäre eine individuelle Streckenführung, ein „Stadtkurs mit ländlichem Charakter“ oder so ähnlich. So, wie die Hockenheimer in den Nachkriegsjahren an Rennwochenenden Zimmer frei machten, um sie zur Übernachtung zu vermieten, könnten jetzt Fensterplätze vermietet werden. Keine schlechte Idee. Und schon hätte Hockenheim doch etwas mit der über 9000 Kilometer entfernten Stadt Panama-City gemeinsam . . .

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