Hockenheim

FV 08 Mitglieder-Bündnis betrachtet Einladung zur Hauptversammlung als fehlerhaft

Antrag auf Abwahl umsetzen

Nach dem angekündigten Rücktritt von Matthias Filbert ist Ruhe eingekehrt beim FV 08. Zumindest auf den ersten Blick. Doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Mitglieder, die um die Zukunft des Vereins besorgt sind, haben sich zu einem Bündnis 08 zusammengeschlossen, dessen einziges Anliegen es ist, einen Schlussstrich unter die Ära Filbert zu ziehen und dafür Sorge zu tragen, dass wirklich Ruhe einkehrt.

Gemeinsam mit seiner Frau Alexandra Schrank werde er bei der Hauptversammlung am Mittwoch, 21. Oktober, zurücktreten, hat Filbert verkündet (wir berichteten am 16. September). Für das Bündnis 08 nicht genug, es verlangt, wie von einer großen Mehrheit der Mitglieder beantragt, den Punkt „Abwahl des Vorsitzenden“ auf die Tagesordnung der Hauptversammlung zu setzen. Die bloße Absicht von Filbert scheint ihm nicht ausreichend, lasse zu viele Hintertüren offen.

Überhaupt die Einladung zur Hauptversammlung. Auch sie ist ein Stein des Anstoßes, wie Markus Zickermann und Walter Lösch von dem Bündnis in einem Gespräch mit unserer Zeitung feststellen. An der Einladung zur Hauptversammlung stört sich das Bündnis gleich an mehreren Punkten. Das fängt damit an, dass in dem Schreiben kein Tagungsort genannt wird und dass sich die Mitglieder vorab schriftlich zur Sitzung anmelden sollen. Damit will Vorsitzender Filbert den Corona-Bestimmungen Herr werden.

Was Zickermann und Lösch nicht nachvollziehen können. Es sei Sache des Vorsitzenden für einen ausreichend großen Tagungsort zu sorgen, an dessen Eingang die Daten der Mitglieder aufgenommen werden können. Anmeldungen zur Hauptversammlung sehe weder die Satzung vor noch würden sie von der Stadt Hockenheim eingefordert.

Keine Kandidatenvorschläge vorab

Nicht minder fragwürdig ist für das Bündnis die Forderung von Filbert, Kandidatenvorschläge für die Wahl des geschäftsführenden und des erweiterten Vorstands vor der Versammlung schriftlich zu unterbreiten. Eine Forderung, die nicht den gesetzlichen Grundlagen und der gängigen Praxis entspricht, bei der Kandidaten für Posten oftmals erst auf Versammlungen vorgeschlagen werden.

Wie gesagt, dies sind alles Punkte, die Zickermann und Lösch an der vorliegenden Einladung stören, doch nicht der eigentliche Grund ihrer Verärgerung. Der resultiert aus dem Umstand, dass Filbert mit der Einladung eindeutig gegen den Willen der Mitglieder verstoße. Diese haben eine außerordentliche Versammlung mit zwei Tagesordnungspunkten beantragt – Abwahl des Vorsitzenden und Neuwahl des Vorstands.

Für einen solchen Antrag sind laut Vereinssatzung die Unterschriften von zehn Prozent der Mitglieder nötig, dies wären etwa 30 Personen, rechnet Lösch vor: „Wir haben bei 54 Personen aufgehört zu sammeln.“ Auf den danach erstellten Antrag habe es vonseiten Filberts keine Reaktion gegeben, bis dann plötzlich die Einladung zu einer ordentlichen Hauptversammlung im Raum stand.

Eine Einladung, die das Votum der Mitglieder missachte. „Es gibt einen klaren Antrag“, schüttelt Zickermann den Kopf und sieht für Filbert eigentlich keinen Spielraum, „das muss er machen, ob er will oder nicht“. Nicht nur er sieht in dem Vorgehen des Vorsitzenden hinsichtlich der Hauptversammlung samt des angekündigten Rücktritts ein taktisches Spiel. Was für Zickermann keinen Sinn macht. „Er kann doch sofort zurücktreten“, zeigt Lösch Skepsis hinsichtlich der weiteren Entwicklung. Die wohl bald juristisch geklärt wird. Denn die im Bündnis 08 versammelten Mitglieder haben einen Anwalt eingeschaltet, der Filbert eine Frist gesetzt hat, den gestellten Antrag umzusetzen. Diese ist bis jetzt folgenlos verstrichen, was wohl weitere juristische Schritte zur Folge haben wird.

Frist gesetzt

Das Bündnis 08 setzt für die Zukunft auf einen Vorstand, der „sauber, ordentlich und transparent“ agiert, wie es Zickermann formuliert. Weshalb es mit einem eigenen Team, einem eigenen Programm und vor allem einem eigenen Ehrenkodex antritt. „Wir sind ein Team, in das sich jeder einbringen darf“.

Künftig, stellt das Duo abschließend fest, soll die Arbeit auf viele Schultern verteilt werden – „es gibt genügend Leute, die mitarbeiten wollen“, unterstreicht Lösch die wichtigste Forderung des Bündnisses – „Ruhe in den Verein bringen.“

Bleibt die Frage, wann es so weit ist, die ausgesprochene Einladung des amtierenden Vorsitzenden sehen Zickermann und Lösch als gegenstandslos an, da mit vielen formalen Fehlern behaftet. Und weder gab es bis dato eine Reaktion auf das anwaltliche Schreiben, noch eine neue, formgerechte Einladung.

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