Hockenheim

Verein für Heimatgeschichte Aufschlussreiche Exkursion zum Weltkulturerbe Kloster Maulbronn und nach Knittlingen / Faust-Dokumentation in Museum

Auf den Spuren der Zisterziensermönche und des Mythos Faust

Archivartikel

Das Kloster Maulbronn gilt als die am vollständigsten erhaltene Klosteranlage des Mittelalters in Europa. Hier sind alle Stilrichtungen und Entwicklungsstufen von der Romanik bis zur Spätgotik in einer einzigarten atmosphärischen Dichte vertreten. Davon konnten sich die interessierten Mitglieder des Vereins für Heimatgeschichte bei der von Manfred Christ vorbereiteten Exkursion überzeugen.

Herrlich in die sanfte Hügellandschaft des Strombergs eingebettet, liegt die ab 1147 errichtete Zisterzienserabtei. In dem vom mittelalterlichen Mauern und Türmen umschlossenen Klosterhof findet sich ein imposantes Ensemble unterschiedlicher Gebäude, teil der Verein für Heimatgeschichte mit.

Zu den architektonischen Höhepunkten gehören neben der Klosterkirche der gotische Kreuzgang und das Brunnenhaus innerhalb der Klausur. Die interessierten Reiseteilnehmer konnten sich von der kulturgeschichtlichen Bedeutung des Klosters unter fachkundiger Führung überzeugen. Die Zisterziensermönche prägten mit ihren landwirtschaftlichen Gütern und ihren Wirtschaftshöfen auch die umgebende Landschaft.

Nach der Reformation ließ Herzog Christoph von Württemberg 1556 im Kloster eine evangelische Klosterschule errichten, die als evangelisch-theologisches Seminar noch heute besteht. 1993 wurde die Klosteranlage zum Weltkulturerbe ernannt und dadurch weltweit bekannt.

Chronologische Ausstellung

Nach einer Stärkung im Restaurant „Klosterschmiede“ ging die Fahrt weiter nach Knittlingen. Dort stand der Besuch des Faust-Museums auf der Agenda. Im alten Rathaus, einem Fachwerkgebäudes aus dem 19. Jahrhundert, zeigt das Faust-Museum seit 1980 die chronologische Darstellung der Fausttradition. Dabei handelt es sich weder um ein Goethe- noch ein Heimatmuseum, sondern um eine umfassende Darstellung des Faustmythos.

Die Dokumentation auf drei Ebenen reicht vom historischen Ursprung bis zu den verschiedenen Interpretationen des Faustmythos und zeigt Zeugnisse um die Person des im Jahre 1840 in Knittlingen geborenen, historischen Faust.

Das Thema Faust erweist sich in der chronologisch aufgebauten Ausstellung als unendlich wandelbar. Faust war ein Mensch, der seiner Zeit voraus war. Der historische Faust starb wohl an einem missglückten alchemistischen Experiment. Was ihn mit dem Faust der Legende, dem Faust Goethes und all der anderen Interpretationen verbindet, sind vor allem die Lust und Neugier, und wohl auch der innere Drang, die Grenzen zu überschreiten.

Nach vielen Informationen und neuen Eindrücken wurde zur „Erholung“ eine Rast im Café „Reihard‘s Alte Feuerwache“ eingelegt, bevor dann wieder der Heimweg angetreten wurde. wz

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