Hockenheim

Auf guten Weg spät eingebogen

Matthias Mühleisen begrüßt neuen Umgang mit Obdachlosen

Manchmal sind gute Lösungen so einfach. Seit Jahren wiederholen die Fraktionen des Gemeinderats bei den Haushaltsberatungen, wie menschenunwürdig die Unterkunft im Hofweg ist, in die Menschen eingewiesen werden, die ihre Wohnung verloren haben. Die Containeranlage mit 24 Räumen, 1993/94 von der Stadt für Asylanten errichtet, ist längst abgewirtschaftet.

Doch standen für einen Neubau zwar Mittel bereit – aber kein Grundstück schien geeignet. Und die Suche danach schien zumindest nicht mit größter Entschlossenheit betrieben zu werden. Erst der Druck, Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen, brachte auch das Thema Obdachlosenunterbringung zurück ins Tagesgeschäft – mit einem neuen Ansatz.

Dass es mit Simon Massoth nun jemanden gibt, der sich um die Menschen im Hofweg 15 kümmert und sie dabei unterstützt, aus eigener Kraft die abgewrackten Container zu verlassen, ist der richtige Weg. Natürlich braucht die Stadt weiter kurzfristig Unterkünfte für Menschen, die aus verschiedenen Gründen den Verlust ihrer Wohnung erlitten haben, das unterstreicht auch Massoth.

Doch seine Arbeit hilft, dem Ziel einer dezentralen und kleinteiligen Lösung näherzukommen. Und jedes reguläre Mietverhältnis, in das die Menschen zurückkehren, spart der Stadt Geld. Dagegen sind die Kosten der halben Stelle Massoths so gering, dass sich die Frage stellt, warum Verwaltung und Politik nicht viel früher auf diesen fürsorglicheren Weg gekommen sind.

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