Hockenheim

Katholische Frauengemeinschaft Gesprächsabend mit Dekan Grabetz zum Thema „Wunder“ / Kleinigkeiten schätzen lernen

Aus dem Hamsterrad des Lebens ausbrechen

„Wunder gibt es immer wieder“ war nicht nur das Thema der jüngsten Frauenmesse bei der KFD Hockenheim, sondern auch des Gesprächsabends mit Dekan Jürgen Grabetz. Ein Wunder, was ist das eigentlich und habe ich auch schon mal eins erlebt? Im Alten und Neuen Testament finden sich viele großartige Wunder wie zum Beispiel die Heilung des Gelähmten.

Was will Gott uns aber damit sagen? Wie in der Messe in der Meditation zu hören war, wurde der Gelähmte nicht nur von seinen Sünden und seiner Behinderung geheilt. Er wurde aufgerichtet und konnte seine Bahre, bislang seine Fessel, anschließend selbst tragen. Was nehmen wir heute, die wir Jesus nicht einfach so fragen können wie die Menschen damals, aus dieser Geschichte mit? Die Gedanken sollen sich nicht um die Last der Vergangenheit und die Ungewissheit der Zukunft kreisen. Vielmehr ist es entscheidend auf Gott zu hören.

Erwartungen werden übertroffen

Am Ende des Gottesdienstes dankte Nicole Fuhr allen Mitwirkenden und lud zum anschließenden Gesprächsabend ins Gemeindezentrum St. Christopherus ein. Dort stimmte der gleichnamige, bekannte Song von Katja Ebstein die Besucher auf das Thema ein. Jutta Kleinert als Vorsitzende der KFD begrüßte im Namen des Vorstands Präses Jürgen Grabetz und die Runde der anwesenden Frauen. Ein Wunder ist etwas Außergewöhnliches, widerspricht allen Erfahrungen, übertrifft alle Erwartungen und bestimmt kennt jeder von uns einen Spruch dazu.

Nach ihrer Einleitung übergab sie das Wort an den Dekan. Dieser hatte sich über das vorgeschlagene Thema sehr gewundert und bereits in der Messe angedeutet, dass „wir uns noch wundern würden“. Als Erstes stellte er die Frage: Welches Wunder haben Sie in den letzten 14 Tagen erlebt? Die Frage, die zunächst stockendes Schweigen verursachte, entlud sich alsbald in eine lebhafte Diskussion. Schlimmste Schmerzen nach einem Sturz waren am nächsten Tag wie verflogen, die Fähigkeiten der kleinen Enkel, aber auch die Entwicklung der Natur nach dem Winter und das Wachstum der Tomaten im Garten trotz anhaltender Hitzeperiode überraschten die Anwesenden.

Also nicht die ganz großen Ereignisse wie sie in den Evangelien genannt wurden. Wenn man auf solche wartet, so der Präses, werde man keine Wunder erleben. Kleinigkeiten schätzen, aus dem Hamsterrad des Lebens ausbrechen und sich auf sich besinnen, die schönen Dinge aufschreiben, wenn man alles negativ sieht. Im Hebräischen gibt es das Wort „Wunder“ nicht. Man spricht von Zeichen, die Gott setzt und als solches sollte man ein Wunder verstehen. Er las das Tagesevangelium der Mittwochmesse vor. Hier wurde klar, Wunder sind auch nicht immer gerecht. Was des einen Freud, ist des anderen Leid. Aber wer auf Entdeckungsreise geht, wird die Zeichen erkennen und annehmen. Abschließend wünschte Dekan Jürgen Gra-betz allen viel Spaß dabei. sn

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