Hockenheim

Rollstuhlerkundung SPD-Landtagsabgeordneter Daniel Born begibt sich auf die Suche nach Hindernissen in der Innenstadt

Barrierefreiheit konsequent einplanen

„Für ein gelingendes Miteinander ist es auch von enormer Bedeutung, dass alle Menschen sich in ihrer Kommune gut bewegen können. Darum muss Barrierefreiheit konsequent mitgedacht und mitgeplant werden. In den letzten Jahren gab es gute Fortschritte – aber in einer inklusiven Kommune ist immer auch noch etwas besser zu machen“, sagte Daniel Born zum Auftakt der Rollstuhlerkundung in Hockenheim vor Vertretern von Stadtverwaltung, Sozialverbänden und SPD.

„Fußgänger und Rollstuhlfahrer profitieren häufig von denselben städtebaulichen Maßnahmen, für eine von beiden Gruppen sind sie allerdings einschneidender, wenn sie fehlen“ gab Rudi Bamberger, aktiver Rollstuhlfahrer aus Brühl, den Teilnehmern mit auf den Weg.

Born und Bamberger hatten gemeinsam eingeladen, um sich in einer Ortsbegehung einen Eindruck zu verschaffen, wo Verbesserungen für mobilitätseingeschränkte Menschen in Hockenheim nötig sind. Der Einladung folgten Vertreter unterschiedlicher Gruppen. Besonders freute sich Born, dass die Stadtverwaltung mit dem Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, Gerhard Weber, sowie dessen Mitarbeiter Reiner Lenz, mit zwei Vertretern dabei war. „So kommen die guten Ideen, die bei so einem Rundgang auftauchen, direkt dort an, wo Praktiker sie auch umsetzen können“, sagte er.

Mängelmelder noch wenig bekannt

„Dass die Stadt Hockenheim einen Mängelmelder auf ihrer Homepage hat, ist richtig und wichtig, aber möglicherweise wissen das gar nicht alle, auf deren wertvolle Hinweise die Gemeinschaft angewiesen ist“, wies SPD-Gemeinderat Willi Keller auf ein bestehendes Instrument der Stadt hin. „Ständige Verbesserungen sind notwendig und werden auch umgesetzt“, erklärte Gerhard Weber im Namen der Stadtverwaltung.

Falsch geparkte Autos wurden als eine Quelle ausgemacht, die Wege und Überquerungen nicht nur für Rollstuhlfahrer, sondern auch für Nutzer von Rollatoren oder Eltern mit Kinderwagen unnötig verengen und so unbenutzbar macht. Durch regelkonformes Verhalten könne hier viel dazu beigetragen werden, dass alle sich sicher bewegen können. Schwieriger wird es, wo Pfosten versetzt oder Rampen angebracht werden müssen, aber auch hier, war man sich in der Runde einig, lässt sich meist eine Lösung finden.

Daniel Born, der die Strecke von seinem Wahlkreisbüro in der Schwetzinger Straße über den Mooresvilleplatz und das Hirschstraßenparkdeck bis zur Stadtmitte selbst im Rollstuhl abfuhr, schilderte seine Eindrücke in der anschließenden Gesprächsrunde: „Eine einzelne Stufe, die ich schon mindestens hundertmal gegangen bin, wird auf einmal zum Hindernis, und ich frage mich, muss diese Stufe eigentlich sein?

Kopfsteinpflaster macht Mühe

„Kopfsteinpflaster sieht toll aus –aber ich habe jetzt gemerkt, wie mühsam das Fahren mit dem Rollstuhl darüber ist. Der Blick verändert sich, und wir sollten bei allen politischen Planungen die Barrierefreiheit immer mitdenken.“

Mit der Zusage von Fachbereichsleiter Weber, sich der gesammelten Verbesserungsvorschläge möglichst zügig anzunehmen und in einigen Monaten zu schauen, was alles erreicht werden konnte, ging die Gruppe auseinander und verabredete, in Kontakt zu bleiben. Der Dank der Teilnehmer galt dem Sanitätshaus Ramer aus Brühl, das die Rollstühle zur Verfügung gestellt hatte. zg

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