Hockenheim

Städtepartnerschaft Freundeskreis Hohenstein-Ernstthal pflegt beim Besuch in Sachsen Kontakte mit vielstimmigem Gesang / Freibier vor dem Rathaus verteilt

Besuche bei Karl May und Robin Hood

„Morgenrot – unsere alte Sau ist tot“: Die Reisegruppe des Freundeskreises Hohenstein-Ernstthal war auf dem Heimreisetag im Ersten Deutschen Bratwurstmuseum in Holzhausen in Thüringen zu Gast. Museumsführer Thomas Mäuer stimmte mit den Hockenheimern ein altes Thüringer Lied mit ebengenanntem Refrain an und sofort war Stimmung da.

Gesang und kulinarische Spezialitäten waren zwei Haupt- und Vergnügungspunkte der Fahrt des Freundeskreises in die sächsische Partnerstadt, die in diesem Jahr auf fünf Tage verlängert wurde. Ja, auch die Bratwurst darf zu Recht zu den ausgesuchten kulinarischen Freuden gezählt werden. Die singenden Hockenheimer wissen nach dem Vortrag von Thomas Mäuer und der Verkostung mit Kartoffelbrei und Sauerkraut nun Bescheid.

Das Hotel „Drei Schwanen“ am Altmarkt von Hohenstein-Ernstthal war wiederum das Domizil für die Zeit im Sachsenland. Zum gemeinsamen ersten Abendessen erschien wieder ganz traditionell Oberbürgermeister Lars Kluge als gern gesehener Gast und überbrachte die Grüße der Stadt. Viele Reisende kennt der Oberbürgermeister inzwischen und die Hockenheimer kennen auch das Stadtoberhaupt. So war es ein Wiedersehen zwischen Freunden. Und nicht zu Unrecht sprach Lars Kluge auch vom „Hohenstein-Ernstthal-Virus“, das die anwesenden Hockenheimer erfasst habe.

Nicht vergessen werden dürfen die befreundeten Hohensteiner und Ernstthaler, die ebenfalls eingeladen waren. Laben durfte sich die Reisegruppe an einem sächsischen Büfett. Auch die Kultur wurde nicht vergessen, denn die Gruppe war zu Besuch in Naumburg und bestaunten den Naumburger Dom.

Es geht um die Sau

Am zweiten Tag fuhr die Reisegruppe tief hinein ins Erzgebirge. Die Burg Scharfenstein war hier das Ziel. Karl Stülpner, auch der Robin Hood des Erzgebirges genannt, seines Zeichens Soldat, Wilderer, Schmuggler und Lebenskünstler (1762 - 1841), ließ seine Büchse knallen und wusste Erstaunliches aus den alten Zeiten zu erzählen. Das Crottendorfer Räucherkerzenland war der nächste Anlaufpunkt, bevor es in der Sauberg Klause bei Ehrenfriedersdorf um die Sau ging. Dort stehen interessante Gerichte wie „Weiberarsch“, „Förderkorb“ und „Steiger“ auf der Speisekarte. „Lecker, lecker“ befanden die Reisenden.

Höhepunkt war der Auftritt der Sauberg-Wirtin und ehemalige Vogelbeer-Königin Constance Brosell, die die ersten vier Strophen des Steigerlieds „Glück auf“ sang. Die Hockenheimer revanchierten sich mit dem Badnerlied.

Mit der Bahn nach Radebeul

Am Samstag stand das großartige Schloss Moritzburg auf dem Reiseplan. Von dort ging es mit der dampfbetriebenen Lößnitzgrundbahn nach Radebeul, wo das Grab von Karl May, dem großen Sohn Hohenstein-Ernstthals, besucht wurde. Nach dem Besuch des „Kleinen Erzgebirges“ in Oederan war der Gasthof „Goldener Stern“ in Memmendorf der kulinarische Anlaufpunkt. Nur musste die Gruppe auf eine Gesangseinlage verzichten.

Der Sonntag stand zur freien Verfügung. Auf dem Altmarkt vor dem Hotel fand der Jahrmarkt, verbunden mit einem verkaufsoffenen Sonntag statt. Der Freundeskreis verteilte Freibier, gestiftet von der Brauerei zum Stadtpark. Abends fanden sich alle im Gasthaus „Zur Zeche“ ein. Das bunte Programm enthielt neben viel Gesang auch einen Auftritt der Comedian Harmonists. Das waren in diesem Fall fünf gestandene sangesstarke Hockenheimer Männer mit einer ganz besonderen Show. An Daniel Richter, den Vorsitzenden des Jugendblasorchesters Hohenstein-Ernstthal, überreichte der Freundeskreis eine Spende von 200 Euro.

Auf 137 Mitglieder angewachsen

Bleibt abschließend nur noch über das Hohenstein-Ernstthal-Virus zu berichten. Zuerst ist zu sagen, dass alle Reiseteilnehmer völlig gesund, gut gesättigt und gut gelaunt wieder am Montagabend in der Rennstadt ankamen. Aber dass das Virus doch umhergeht, zeigt der Zuwachs von fünf neuen Mitgliedern im Freundeskreis, der nun 137 Personen zählt.

Und keine Angst, das Hohenstein-Ernstthal-Virus ist nicht gefährlich. Seine Auswirkungen zeigen sich vor allem in einer gesteigerten Reise- und Sangeslust. Und das hat noch niemandem geschadet. bg

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