Hockenheim

Antrag CDU will Wohnungsbau auf die politische Tagesordnung setzen / Fraktion befürchtet Preisanstieg in den Bereichen Wohnen und Bauen in der Stadt

Bevölkerungswachstum als Chance begreifen

Die sommerliche Pause möchte die CDU-Gemeinderatsfraktion zu einer Bestandsaufnahme in Sachen Wohnungsbau nutzen, heißt es in einer Pressemitteilung. Vor allem das Thema „sozialer Wohnungsbau“ habe die Diskussion im vergangenen Jahr geprägt, so die CDU-Fraktion. Parallel dazu seien auch die ersten Aussagen aus dem Regionalplan Rhein-Neckar bekannt geworden, der für Hockenheim in den nächsten 15 Jahren ein deutliches Einwohnerplus prognostiziert.

„Wenn diese Prognose nur ansatzweise zutrifft, dann sind alle unsere bisherigen Annahmen, dass Hockenheim nicht oder nur sehr geringfügig wachsen wird, falsch. Entsprechend müssen wir unsere damaligen Schlussfolgerungen überdenken, um zutreffende Antworten auf das Jetzt und Heute zu finden“, stellte CDU Fraktionsvorsitzender Markus Fuchs bei einem Vor-Ort-Termin der CDU-Fraktion am Reiterplatz fest, so die Pressemitteilung. Die CDU-Fraktion sehe das Bevölkerungswachstum als Chance an und möchte, dass Hockenheim darauf vorbereitet ist – was derzeit nur bedingt der Fall sei.

Nur Teil der Strategie

Vor Jahren hätten sich Stadtverwaltung und Gemeinderat auf den Grundsatz „Innen- vor Außenentwicklung“ festgelegt, also eine Verdichtung der innerstädtischen Gebiete bei Verzicht auf Neubaugebiete, so die Fraktion. Bei der innerstädtischen Entwicklung verweist die Fraktion auf die städtische Homepage. Dort sei zu lesen, dass der Bewilligungszeitraum für das Sanierungsgebiet „Untere Hauptstraße/Schackgärten“ bereits am 30. April 2018 ausgelaufen sei, ohne, dass dort ein Fortschritt festzustellen sei. „Und wenngleich das Sanierungsgebiet Obere Hauptstraße-Süd zuletzt einige Fortschritte gemacht hat, so kann dieses Sanierungsgebiet nur ein Teil eines Gesamtstrategie sein“, stellte Bärbel Hesping fest.

Daher trete die CDU-Fraktion für die Ausweisung weiterer Sanierungsgebiete ein. Fritz Rösch begründete: „Viele innerstädtischen Grundstücke sind sehr groß und dürften in den nächsten Jahren mangels Nachfolge frei werden. Dieses Entwicklungspotenzial müssen wir für die langfristige Planung in Form weiterer Sanierungsgebiete nutzen.“ Dennoch würde diese Innenentwicklung viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, so die Pressemitteilung weiter.

Weiterhin habe die Diskussion im vergangenen Jahr gezeigt, dass eine beliebige Verdichtung des innerstädtischen Bereichs nicht immer positiv wahrgenommen werde. Teil einer Lösung könne sicherlich der Reiterplatz sein, der im vergangenen Jahr als einer von zwei Standorten für den sozialen Wohnungsbau gewählt wurde.

Nicht auf der Tagesordnung

Hier kann sich die CDU eine Quartiersentwicklung vorstellen. „Der Vorteil wäre eine rasche Erschließung und Bebauung aus einem Guss“, so Christoph Kühnle. Doch nachdem der Bau eines Pflegeheims gescheitert war, stelle sich nicht nur die CDU-Fraktion die Frage, ob eine Wohnbebauung auf dem Reiterplatz überhaupt möglich ist. Bereits im September 2017 habe die CDU-Fraktion einen Antrag auf Einrichtung eines Neubaugebiets gestellt in der Erwartung, damit bauplatzsuchenden Familien zu helfen.

Somit wollte man den Grundsatz „Innen- vor Außenentwicklung“ aufgrund sich geänderter Rahmenbedingungen in „Innen- und Außenentwicklung“ verändern, heißt es in der Pressemitteilung. Doch die Verwaltung habe diesen Antrag bisher noch nicht einmal auf die Tagesordnung gesetzt. Somit schließt sich für Aline Bender ein Kreis: „Ein Neubaugebiet wird kritisch gesehen, die Sanierungsgebiete kommen nur langsam voran, eine Bebauung des Reiterplatzes ist ungewiss – die Konsequenz könnte sein, dass Wohnen und Bauen in Hockenheim noch teurer wird.“

Über einen weiteren Antrag wolle man nun versuchen, das Thema „Wohnungsbau“ auf die politische Tagesordnung zu setzen. „Wir stehen eindeutig für die notwendige und zügige Innenentwicklung unserer Stadt. Wir stehen aber auch, wenn sich die Rahmenbedingungen geändert haben und es notwendig ist, für ein Neubaugebiet“, so Patrick Stypa.

Doch egal, ob man für oder gegen ein Neubaugebiet ist: wichtig sei, dass eine politische Diskussion einsetzt und eine städtebauliche Gesamtbetrachtung diskutiert wird, ob und wohin sich Hockenheim entwickeln will. Eine Diskussion, die nach CDU-Sicht längst überfällig ist. ska

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