Hockenheim

Tag der Natur Bürger entdecken gemeinsam mit Experten den Wald / Zahlreiche Aktionen stoßen bei der Bevölkerung auf eine gute Resonanz

Bewusstsein für Pflanzen und Tiere schaffen

Der Tag der Natur mit verschiedenen Veranstaltungen wurde gut angenommen. „Insgesamt sogar besser als in den vergangenen Jahren“, bilanzierte Elke Schollenberger, Agendabeauftragte der Stadt Hockenheim. Traditionell begann die mehrtägige Veranstaltung mit einer Exkursion einer neunten Klasse des Gaußgymnasiums an den Baggersee (wir berichteten).

Das Biotop erläuterten gleich drei Expertenteams. Uwe Heidenreich mit Angela Moissl, Dr. Roland Marthaler von der Gesellschaft für angewandte Ökologie und Umweltplanung sowie der Angelsportverein mit seinen eigenen Experten: Sechs Angler und der Gewässerwart standen den Jugendlichen zur Seite und erläuterten die Funktion des Sees. „Wir freuten uns, dass der ASV als Team dabei war“, so Schollenberger.

Sonnenbarsch gefunden

Danach gab es ein kleines Grillvergnügen, das kam gut an. Auch die Schüler genossen die praktischen Unterweisungen, für die während der regulären Schulzeit kaum noch Zeit zu finden ist. Sie fanden einen kleinen Sonnenbarsch und einen amerikanischen Flusskrebs, Libellenlarven und Muscheln.

Die Veranstaltung „Nachtschwärmer“ war ebenfalls gut besucht. In diesem Jahr waren auch viele Kinder mit von der Partie. Das Wetter war ebenfalls ideal für die Bestimmung und der Experte, Dr. Rolf Mörtler bestimmte noch bis ein Uhr in der Nacht. Bei „Wild auf Wald“ ging es mit Förster Andreas Kolb hinaus ins Grüne. Der Fachmann sprach deutlich die Probleme an, die im Wald herrschen. Vielleicht ein wenig negativ wirkend, aber durchaus eine realistische Entwicklung und Betrachtung: Klimaveränderung, Maikäferbefall – viele Faktoren stressen den Wald. Die Gruppe entkam gerade noch einem Gewitter – „wir hatten viel Glück mit dem Wetter“, bilanzierte Elke Schollenberger.

Das Angebot „Der frühe Vogel“ mit Dipl.-Biologe Ulrich Mahler entdeckte viele gefiederte Waldbewohner. „Das war eine sehr gelungene Veranstaltung mit vielen Besuchern“, so Schollenberger.

„Dem frühen Vogel“ auf der Spur

Die Fahrradtour war neu im Programm. Uwe Heidenreich, Dipl.-Biologe, radelte gemeinsam mit Thomas Kuppinger, Diplom-Geograph, und vielen Gästen durch den „Kult-Ur-Wald“. Der „Urwald von morgen“, also der Bannwald, war dabei genauso gut zu erkennen, wie der Schon- und Erholungswald. Als Spuren des Klimawandels fanden sie Siedler wie die Kermesbeere und die Traubenkirsche.

Die letzte Veranstaltung im Reigen war schließlich „Inventur im Wald“. Nur wenige Besucher folgten der Einladung, Arten gemeinsam mit Experten zu entdecken und zu kartieren. Vielleicht auch wegen des drückend-schwülen Wetters mit großer Unwetterprognose. „Das ist normal, dass es wenige Gäste sind,“, so Schollenberger, „obwohl das Biotop wirklich sehr interessant war.“ Der sandige Kiefernwald entlang der Rennstrecke bot viele spannende Arten wie beispielsweise den Marien-Prachtkäfer, der auf der Roten Liste steht.

„Wir werden uns natürlich überlegen, wie wir das in den kommenden Jahren halten, denn wir haben die Experten da und wollen den Artenbestand in Hockenheim bestimmen“, so Schollenberger. Das neue Team des Tages der Natur zeigte sich zufrieden über Verlauf und Organisation und ist schon an den Vorbereitungen für nächstes Jahr.

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