Hockenheim

SPD Austausch zum Thema „stille Schiene“ / Gütertransporte sollen in verstärktem Maß von der Straße auf die Gleise

Born: Lärm macht uns krank

Archivartikel

Hockenheim.SPD-Vertreter aus Hockenheim, Schwetzingen und der Umgebung waren zusammengekommen, um sich einem großen gemeinsamen Thema zu widmen: dem Lärmschutz und ganz konkret dem Thema „stille Schiene“.

Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Daniel Born war der Beirat der regionalen IG „Stille Schiene“ Konrad Sommer eingeladen, um zunächst die Anwesenden mit seiner Expertise aufzuklären und von seinen Erfahrungen mit der Hockenheimer Bürgerinitiative „BiSS“ zu berichten.

Dem wohnungspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Born ist das Thema Lärmschutz nicht nur als Wahlkreisabgeordneter schon seit langem ein wichtiges Anliegen: „Das Zuhause darf nicht krank machen – und Lärm macht krank. Darum ist es gerade bei einem Ausbau von Mobilitätsangeboten und einer stärkeren Konzentration auf die Schiene zentral, dies so zu gestalten, dass unsere Wohngebiete nicht darunter leiden“, so Born zu Beginn der Veranstaltung.

Schutz der Bürger

Für die SPD-Fraktion im Rhein-Neckar-Kreis wusste deren Vorsitzender, der Brühler Bürgermeister Dr. Ralf Göck, „dass man nicht den Fehler machen darf, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und den Schutz der Bevölkerung gegeneinander auszuspielen. Beides lässt sich miteinander verbinden“.

Konrad Sommer fasste die Ziele der IGBRN21 (Interessengemeinschaft Bahnregion Rhein-Neckar 21) zusammen, indem er auf die immer noch ausstehende Einrichtung eines Projektbeirats nach südbadischem Muster für die Gesamtstrecke Frankfurt-Mannheim-Karlsruhe hinwies.

„Wer in Deutschland ernsthaft an einer Verkehrswende arbeiten will, kommt an der Schaffung einer dedizierten Schienen-Infrastruktur für den Güterverkehr zwischen Frankfurt und Karlsruhe nicht vorbei. Wir brauchen die Bestandsgleise zukünftig mehr denn je für den Nahverkehr. Und um Güter von der Autobahn auf die Schiene zu verlagern, bedarf es einer modernen und leistungsfähigen Infrastruktur, auf der täglich und exklusiv bis zu 500 Güterzüge umweltverträglich an bewohnten Gebieten vorbei oder unter ihnen hindurch rollen können!“ betonte Sommer, der auch schon bei der Bildung anderer Bürgerinitiativen in der Region Unterstützung geleistet hat.

Motoren und Bahngeknatter

Für die Ortsvereine fasste Monika Maier-Kuhn von der Schwetzinger SPD die Thematik zusammen: „Der zunehmende Gütertransport auf der Schiene sowie das umwelt- und verkehrspolitisch wichtige Ziel einer Verlagerung von Gütertransporten von der Straße auf die Schiene haben den Handlungsbedarf deutlich erhöht, weil die absoluten Lärmbelastungen real größtenteils nicht abgenommen haben. Das von Baden-Württemberg entwickelte Konzept zur verkehrsträgerübergreifenden Lärmsanierung, mit dem sich die grün-schwarze Landesregierung als Vorreiter sieht beinhaltet zu neunzig Prozent Straßenverkehrslärm, also quasi nur Motorenlärm, von der Schiene ist so gut wie nichts zu lesen“, so Maier-Kuhn.

Eine „Vorreiterrolle“ in Sachen Bahnlärm sehe anders aus. Bisher hätten die Menschen keinen Anspruch auf Schutz vor Lärm an bestehenden Straßen und Schienenwegen, so sei es nachzulesen auf der Homepage des Verkehrsministeriums des Landes. „Das muss geändert werden“,so Maier-Kuhn. zg

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