Hockenheim

Altes Fahrerlager Beim Waldfest des Fanfarenzuges beweisen die Musiker ihr Können / „Strasser Garde“ aus Rheinhausen entführt ins kühle Schottand

Bunte Fahnen wirbeln durch die heiße Luft

Archivartikel

Hockenheim.Als die kraftvollen Dudelsackklänge der „Strasser Garde“ am Nachmittag den Platz beim Alten Fahrerlager füllten, da war dieses selbst schon gut gefüllt mit Besuchern, die es sich trotz der großen Sommerhitze nicht nehmen ließen, gemeinsam mit dem Fanfarenzug der Rennstadt dessen Waldfest zu feiern. Wohl dem, der an diesem letzten Juni-Samstag, einer der heißesten seiner Art, einen Platz im Schatten gefunden hatte. Umso bemerkenswerter die Leistung der zahlreichen Musiker aus den verschiedenen Fanfarenzügen, die in ihren farbenprächtigen, aber nicht gerade luftigen Uniformen musizierend oder fahnenschwingend der Hitze die Stirn boten.

Eröffnet wurde das Waldfest des Fanfarenzuges wie gesagt durch die „Rheinhäuser Schotten“, die „Strasser Garde“ aus der Gemeinde am Rhein, die es trefflich versteht, Dudelsackklänge mit jenen der Trompeten zu einen. Es ist ein mächtiger Sound, den die Garde erzeugt, und es sind bekannt Lieder, die sie anstimmt, so das Stimmungsbild „Mull of Kintyre“ von der Band „Wings“ des Ex-Beatles Paul MacCartney, oder „Cock of the south“ und, was auf keinen Fall fehlen durfte, „Loch Lommond“, die schottische Volksweise schlechthin. Es versteht sich von selbst, dass die Garde nicht ohne Zugabe gehen durfte, mit „Amazing Grace“ setzte sie einen fulminanten Schlusspunkt.

Marsch in Formation

Den zahlreichen Besuchern blieb nach diesem gelungenen Auftakt nicht lange Zeit zum Luftholen, schon formierte sich der Fanfarenzug Weiher zum Spiel. Dessen Weisen schloss sich nahtlos der Gastgeber, der Fanfarenzug der Rennstadt, an, umso dann gemeinsam zur Unterhaltung der Gäste aufzuspielen. Nach einer kurzen Pause formierten sich die am Treffen der Fanfarenzüge beteiligten Formationen – die Fanfarenzüge aus Bruchsal, Mühlhausen, Weiher, Tamm, Schriesheim und der Gastgeber – in Höhe des Vogelparks, um sodann im Sound der Trommeln und Trompeten in Richtung Altes Fahrerlager zu marschieren.

Voran die Fahnenschwenker, an der Spitze dabei die Hockenheimer Jubiläumsfahne, die beim Fasnachtsumzug erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden war. Ein überaus schweißtreibendes Kunststück, die schweren Fahnen durch die Luft wirbeln zu lassen, dass es wie federleicht wirkt. Das Fanfarenzugtreffen in Hockenheim war zugleich ein Treffen der Sektion Mitte des Verbandes südwestdeutscher Fanfarenzüge, und so nutzten die Musiker die Gelegenheit zum gemeinsamen Spiel unter der Leitung von Wolfgang Günther vom Fanfarenzug Tamm. Im Herbst findet dann das große Verbandstreffen in Annweiler in der Pfalz statt. Während der Tag somit einen weiteren musikalischen Höhepunkt erlebte, herrschte im Alten Fahrerlager reges Treiben.

In der Küche und an den Zapfhähnen war Hochbetrieb, kühle Getränke waren ebenso gefragt wie Leckeres aus der bekannt guten Küche des Fanfarenzuges. Und es war die Gelegenheit für die fünf Kandidaten der Oberbürgermeisterwahl, sich ihren Wählern von ihrer zupackenden Art zu zeigen. Lisa Bohn sah man hinter der Kuchentheke wirbeln, Jörg Söhner portionierte kunstgerecht den Wurstsalat und Marco Germann sorgte bei den Getränken dafür, dass der Nachschub an Wasser und Säften nicht stockte. Marcus Zeitler und Matthias Filbert waren am Sonntagvormittag an der Reihe, sich beim Waldfest zu beteiligen.

Ole Jakubik, der Vorsitzende des Fanfarenzuges, konnte sich ob des Fleißes der Kandidaten ein Schmunzeln nicht verkneifen, doch, beteuert er im Gespräch mit unserer Zeitung, es ging dem Verein bei seiner Aktion nicht darum, die Zahl der Helfer aufzustocken, sondern mit dem Aufruf per Facebook sollte den Kandidaten die Gelegenheit eingeräumt werden, sich symbolisch in den Dienst der Bürger zu stellen. Eine Aufgabe, der sich diese mit Bravour entledigten.

Als der Abend einbrach, war es der Musikverein Wiesenbach, der im Alten Fahrerlager für Stimmung sorgte und dafür, dass es noch lange beim Waldfest hoch her ging. Zwar brachte die Dämmerung keine wirkliche Abkühlung, doch bei guter Musik, kühlen Getränken und munteren Gesprächen ließ es sich gut verweilen im Alten Fahrerlager. aw

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