Hockenheim

Chance für die Stadt

Archivartikel

Ein neues Jahr hat begonnen. Schon in Hermann Hesses Gedicht „Stufen“ lesen wir: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Hockenheim steht vor einem bedeutenden Jahr – einem Festjahr und auch einem Jahr der Wende und der Veränderung. Wir feiern nicht nur die 1250. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung im Lorscher Kodex, wir wählen auch eine Persönlichkeit an die Spitze der Stadt, die Hockenheim prägen soll. Verwaltung ist das eine, Visionen sind das andere. Visionen sind dabei keine Träumereien, sondern es sind zunächst einmal gedankliche Zielpunkte für die Entwicklung einer Stadt. Dazu muss man die Kommune kennen, schätzen und integriert sein.

Hockenheim ist finanziell nicht auf Rosen gebettet, aber welche Gemeinde ist das schon? Es wird die Aufgabe des neuen Stadtoberhauptes sein, den Charakter der Kommune herauszuheben, vielleicht auch, ihr erst einmal einen Charakter zu verleihen, die Stadt als Individuum zu erkennen, und zwar so, wie sie sich heute darstellt. Von einer zentralörtlichen Bedeutung zu sprechen ist längst wirklichkeitsfremd. Wenn das Baurechtsamt im Hockenheimer Rathaus über die Größe einer Garage in Altlußheim oder Neulußheim entscheiden darf, prägt das nicht die Bedeutung der Stadt.

Machen wir uns nichts vor: Die Geschäftswelt, das Einkaufsverhalten von uns allen, hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Für eine Stadt in der Größe Hockenheims war man früher zufrieden, wenn man in allen Bereichen sogenannnte „Bedarfsdecker“ hatte, etwa nach dem Motto: „Wir haben alles, was Sie brauchen. Was wir nicht haben, brauchen Sie auch nicht.“ Wenn wir uns an die eigene Nase fassen, so müssen wir zugeben, dass wir anspruchsvoller geworden sind. Wir wollen nicht alles, aber wir wollen möglichst unter vielem auswählen können. Das ist der Grund für die Konzentration der Angebote, das sind Zeichen der Zeit. Und wenn man von Hockenheim kommend in einer Viertelstunde in Speyer ist und in knapp einer halben Stunde auf den Mannheimer Planken, dann wissen wir, dass die „ideale Verkehrslage“, mit der man für Wohnansiedlungen und Betriebsansiedlungen vordergründig Reklame macht, eben auch eine Kehrseite der Medaille hat.

Hockenheim in jeder Hinsicht attraktiv zu gestalten ist die Quadratur des Kreises, auf die man gemeinsam hinarbeiten kann und muss. Da muss sich die Stadtverwaltung genauso einbringen wie die Geschäftswelt. Und die Hockenheimer sollten sich daran erinnern, dass es bereits eine ansehnliche Reihe attraktiver Geschäfte und Dienstleistungsunternehmen vor Ort gibt.

Setzen wir also gut gelaunt zum Jubiläumsjahresbeginn eine rosarote Hockenheim-Brille auf und putzen wir sie manchmal, dann finden wir auch Möglichkeiten des eigenen Engagements. Und das kann schon damit beginnen, dass man bei der Vielzahl der Feierlichkeiten zum Jubiläum mit dabei ist. Das tut allen gut.

Hockenheim 2019 soll mit dem gemeinsam getragenen Jubiläumsjahr die Stadt in eine starke Zukunft führen, damit sie sich über einen neuen attraktiven Markenbegriff definieren kann.

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