Hockenheim

Evangelische Kirche Informationsveranstaltung im Lutherhaus vergleicht die aktuelle Flüchtlingsdiskussion mit den Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg

Damals wie heute - es geht immer um Menschen

Archivartikel

Flüchtlinge im Rhein-Neckar-Kreis - das gab es auch schon früher. Bei einer Abendveranstaltung am Freitag, 24. November, wird beleuchtet, wie die kreisweite Verteilung zahlloser Flüchtlinge nach 1945 vonstattenging und wie sie heute funktioniert. Der Abend findet im evangelischen Lutherhaus, Obere Hauptstraße 24, statt und beginnt um 19 Uhr.

Was recht unbekannt ist: Nach dem 2. Weltkrieg kamen rund 22 000 Vertriebene in den damaligen Landkreis Mannheim. Sie kamen in Viehwaggons auf dem Bahnhof Hockenheim an und blieben für wenige Wochen im dortigen "Durchgangslager für Ostflüchtlinge", das 1946/1947 als Lager des Landkreises Mannheim zur Verteilung der Flüchtlinge im Kreis diente.

Berichte in Wort und Bild

Das heutige Pendant dazu ist das "Patrick-Henry-Village Heidelberg", das aktuell als Registrierungszentrum des Landes Baden-Württemberg genutzt wird.

Bei der Veranstaltung in Hockenheim wird durch Wort und Bild über diese beiden Einrichtungen berichtet; zudem kommen Betroffene und Helfende von damals und heute zu Wort.

In Kooperation laden Erich Losert vom Verein für Heimatgeschichte Hockenheim, der zum Hockenheimer Durchgangslager geforscht hat, Gemeindereferent Jochen Winter von der Katholischen Flüchtlingsseelsorge Heidelberg/Mannheim, der im Patrick-Henry-Village arbeitet, und Gemeindediakonin Margit Rothe, die die Idee zu der Veranstaltung hatte, ein. Sie ist derzeit Kirchenbezirksbeauftragte für Flucht und Migration in den evangelischen Kirchenbezirken Südliche Kurpfalz und Ladenburg-Weinheim.

Die Veranstaltung ist offen für alle interessierten Bürger. Zur Teilnahme besonders aufgefordert sind Frauen und Männer, die die Zeit mit den "Flüchtlingen" 1946/47 selbst miterlebt und dazu - als Bürger, Betroffene oder Helfende - eigene Erinnerungen haben. "Die Teilnahme weiterer Zeitzeugen würde den Abend sehr bereichern, da Geschichte meist erst mit authentischem Erleben so richtig greifbar wird", so Margit Rothe. Der Eintritt ist frei. zg

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