Hockenheim

Blutspendetermine Nur gesunde Menschen werden zugelassen / Hohe Hygienevorschriften dienen dem Schutz

Das Coronavirus spielt keine Rolle

Archivartikel

Altlußheim/Hockenheim.„Blut ist ein lebenswichtiges Organ, das nicht künstlich hergestellt werden kann. Für viele Patienten sind Blutspenden überlebenswichtig und ohne Alternative. Täglich werden nahezu 15 000 Blutspenden zur Versorgung der Patienten in den deutschen Kliniken benötigt“, stellt der DRK-Blutspendedienst in seinen regelmäßigen Ankündigungen für Blutspendetermine in der Region fest. So auch für den Termin am Donnerstag, 12. März in der Rheinfrankenhalle.

Doch was bedeutet dies in Zeiten der Bedrohung durch das Corona-virus? Dasselbe wie zuvor, nur vielleicht noch dringlicher: „Durch die aktuelle Coronavirus-Krise kommt es derzeit zu Engpässen in der Blutprodukteversorgung“, stellt die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) fest. Als Grund nennt die Fachgesellschaft in einer Pressemitteilung das Wegbleiben der Spender wegen der Corona-Epidemie.

Die deutschen Blutspendedienste versorgten die Kliniken und Arztpraxen täglich mit rund 10 000 Konzentraten aus roten Blutkörperchen aus Vollblutspenden, so die DGTI. Hinzu kämen noch über 1300 Konzentrate mit Blutplättchen und weitere lebenswichtige Blutpräparate.

„Viele Blutspendedienste berichten, dass die Spendenbereitschaft der Bevölkerung durch die Coronavirus-Epidemie bereits spürbar gesunken ist“, erläutert Professor Dr. Hermann Eichler vom Universitätsklinikum des Saarlandes. Nach Ansicht des Experten sei dies auf die hohe Verunsicherung der Menschen zurückzuführen.

Kein erhöhtes Risiko

Die DGTI weist darauf hin, dass der Besuch eines Blutspendetermins nicht mit einem erhöhten Risiko für eine Ansteckung mit dem Coronavirus einhergehe. Bei den Spendeterminen würden sehr hohe Hygienestandards gelten, so dass für Blutspender keine reelle Gefahr zur Ansteckung mit einer Infektionskrankheit bestehe. „Deshalb möchten wir die Menschen zu einer regelmäßigen und möglichst zeitnahen Blutspende motivieren“, so Eichler. Denn auch in Zeiten der Grippewelle, grassierender Erkältungen und des neuen Coronavirus benötigten die deutschen Blutspendedienste täglich eine ausreichende Anzahl an Blutspenden, damit die Patienten auch in Krisenzeiten mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandelt werden könnten.

„Wie immer gilt natürlich: Menschen mit grippalen Infekten oder Erkältungssymptomen sollen sich erst gar nicht auf den Weg zu einem Blutspendedienst oder einer Blutspendenaktion machen“, so der Experte. Solche Spendenwillige ließen Ärzte nicht zur Blutspende zu. Das gelte auch für Personen, die sich erst vor Kurzem in den vom Coronavirus betroffenen Risikogebieten aufgehalten oder Kontakt mit einer infizierten Person gehabt hätten.

Dem kann sich Peter Lauer, der Bereitschaftsleiter des DRK Lußheim nur anschließen. Alle Personen, die am Donnerstag, 12. März, zur Blutspenden kommen, würden besonders untersucht und es würden nur gesunde Menschen zur Spende zugelassen. Auf jeden Fall, so Lauer, der Blutspendetermin in der Rheinfrankenhalle findet statt, auch wenn sich die Ärzte und Helfer auf einen geringeren Andrang einstellen.

Gleiches gilt auch für den Blutspendetermin in Hockenheim. Markus Hieronymus vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg sieht die Spendetermine ohnehin nicht vom Coronavirus tangiert. Grundsätzlich gelte – wer in Risikogebieten war und kranke Menschen dürfen nicht zur Blutspende, da leidet das Aufkommen an Blutkonverserven zurzeit mehr unter der Grippe als dem Coronavirus.

Weshalb viele Menschen, die erkältet seien oder Anzeichen einer Grippe hätten, zuhause blieben. Umso wichtiger sei es, dass gesunde Menschen zur Blutspende gehen, denn die Zahl der täglich benötigten Blutkonserven geht nicht zurück.

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