Hockenheim

Evangelische Kirche Die Formation Acoustic Rock Night sorgt beim Releasekonzert der CD „Acoustic State of Mind“ für Jubelstürme

Dem siebten Musikhimmel so nah

Archivartikel

Wenn es Pfarrer Michael Dahlingers Anliegen gewesen sein sollte, seine frisch renovierte Evangelische Stadtkirche möglichst vielen Menschen zu präsentieren, war es sehr weise, die Acoustic Rock Night (ARN) zu einem Konzert ins Gotteshaus einzuladen. Der Besucherandrang war so groß, dass die Stühle und Bänke nicht ausreichten und die Empore an zwei Seiten geöffnet werden musste, um allen fast 400 Gästen Platz zu bieten. Die legten die anfängliche Zurückhaltung ob der sakralen Umgebung bald ab und feierten die Band bei ihrem CD-Releasekonzert mit der gewohnten weltlichen Begeisterung.

Es ist ein Markenzeichen der Formation, ihre Fans nicht nur auf weitläufige Reisen durch die Welt der Rock- und Popmusik mitzunehmen, sondern auch zu den unterschiedlichsten Spielorten. Abgesehen vom Pumpwerk als der „Geburtsstätte“ der Band gibt es keinen Saal, in dem das wanderlustige Dutzend leidenschaftlicher Musiker zwei Mal auftritt. Nach Schlössern in Schwetzingen und Hambach, Seebühne und Gartenschaupark nun also die Kirche, die von der Firma FS Acoustix effektvoll farbenprächtig illuminiert wurde.

Dezente Werbung in eigener Sache

Ganz im Sinne Jesu machte Frontfrau Rebecca Schell den Tempel nicht zum Kaufhaus und beschränkte sich in ihrer gewohnt unverkrampft-amüsanten Conférence auf dezente Hinweise auf die neue Studio-CD „Acoustic State of Mind“, die pünktlich zum Konzert aus dem Presswerk kam. Die Werbung in eigener Sache besorgten die Musiker selbst, die sieben der 13 aufgenommenen Stücke auf gewohnt mitreißender Art interpretieren.

Dabei dürfen natürlich die beiden Stücke nicht fehlen, die zum Albumtitel inspirierten: „New York state of mind“ von Billy Joel, dem erklärtem Favoriten von Sänger Daniel Würfel, und „Empire state of mind“ (Alicia Keys), mit dem Jazzy Simon ihren Stimmumfang beeindruckend unter Beweis stellt.

Der Eagles-Meilenstein „Hotel California“ gibt nicht nur Holger Schell die Gelegenheit, seine Versiertheit auf der Gitarre auszuspielen, sondern auch Pfarrer Dahlinger, Bezüge zwischen Bibelfiguren und Popsongs herzustellen. Seine Geschichte von der Jakobsleiter kommt indes etwas zu spät für „Stairway to heaven“, mit dem die Band schon das Haus zum Beben gebracht und Begeisterungsstürme ausgelöst hat.

„The mystic’s dream“, im Original von Loreena McKennitt, passt mit seiner Stimmung zur Kirche, bringt mit Drehleier und Oud ausgefallene Sounds und mit Iris Bochninas Bauchtanz ein optisches Highlight. Neben „Sleeping satellite“ (Tasmin Archer) und „Skyfall“ (Adele) komplettiert der Sade-Titel „Smooth operator“ die Liste der Albumtitel im Konzert. Damit erhalten im Endspurt die spielfreudigen „Percussion-Jungs“ Jens Kremer und John Crosson sowie der kongeniale Saxofonist und Klarinettist Alex Kropp Gelegenheit, sich auszutoben.

Publikum feiert John Miles’ „Music“

Aus den „Non-Album-Tracks“ im 22 Stücke umfassenden Programm ragt John Miles’ „Music“, mit dem die Acoustic Rock Night Jubelstürme auslöst, ebenso heraus wie Totos „I will remember“. Das durch Joan Osborne bekannt gemachte „One of us“ passt genau wie die soulige Version von Michael Jacksons „Man in the Mirror“ und das abschließende „Imagine“ von John Lennon besonders gut zur Kirchenatmosphäre. Wer mehr hören will, erhält die CD ab heute in der Buchhandlung Gansler.

Info: Mehr Bilder vom Konzert unter www.schwetzinger-zeitung.de

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