Hockenheim

Evangelisch-methodistische Gemeinde Pastorin Hanna Lehnert stellt sich einer neuen Herausforderung in der Notfallseelsorge

Der Abschied fällt ihr nicht leicht

Archivartikel

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – Hanna Lehnert erwähnt gerne diesen Gedanken aus Hermann Hesses bekanntem Gedicht „Stufen“ und stellt zufrieden und dankbar fest, dass „dieser Zauber in den Jahren hier in Hockenheim für mich stets geblieben ist“. Jetzt steht für die Pastorin der evangelisch-methodistischen Kirchengemeinde eine neue Herausforderung an, auf die sich voll und ganz konzentrieren möchte. „Das ist aber gar nicht so einfach“, gibt Hanna Lehnert offen zu, „es tut weh, Hockenheim, die Region, vor allem aber die lieb gewonnen Menschen und natürlich meine geschätzte Kirchengemeinde verlassen zu müssen.“

Fast fünf Jahre war Pastorin Lehnert für die evangelisch-methodistische Gemeinde in Hockenheim und auch in Wiesloch zuständig. „Ich habe mich jeden Tag in der Seelsorgearbeit aufs Neue wohlgefühlt“, blickt sie auf ihre Tätigkeit hier zurück. Und freut sich gleichzeitig, dass sie gerade in eigenen Reihen so viel Verständnis dafür findet, dass sie sich weiterbilden und neue verantwortliche Aufgabenbereiche übernehmen möchte, die ihren Fähigkeiten, ihrem Können und ihrem Naturell entgegenkommen.

Spät vernahm sie den Ruf

„Hockenheim ist ja meine erste Stelle als Seelsorgerin“, blickt die aus der Nähe von Wuppertal stammende Hanna Lehnert zurück, die in diesen Tagen ihren 39. Geburtstag hatte und als erfolgreiche Augenoptikerin vor über einem Jahrzehnt am Beginn einer hoffnungsvollen beruflichen Karriere stand. „Es kam anders, ich fühlte mich zu einem anderen Weg berufen und begann, Theologie zu studieren, lernte Griechisch und Hebräisch, absolvierte viele Prüfungen und wurde schließlich Pastorin in Hockenheim“, fasst Lehnert im Zeitrafferstil zusammen.

Schon zu Studienzeiten hatte sie sich auch auf den Bereich der Militärseelsorge spezialisiert, damals ging es auch um die Begleitung der traumatisierten Soldaten, die aus dem Afghanistaneinsatz nach Hause kamen.

Im Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg arbeitete sie, im Rahmen eines Praktikums, als Seelsorgerin bei den Rettungsfliegern. Dies ist auch die weitere berufliche Zielrichtung von Hanna Lehnert, die sich in der Rheinischen Landeskirche erst einmal in einer zweijährigen intensiven Weiterbildung mit neuen Themenbereichen beschäftigen wird. Sie möchte sich in die heiklen Bereiche der Notfallseelsorge, der Polizeiseelsorge und den Problemen traumatisierter Menschen einarbeiten, um dann anderen Menschen helfen zu können.

„Hier sehe ich meine Berufung, hier sehe ich mein künftiges Aufgabengebiet und dieser Herausforderung will ich mich damit auch stellen“, versichert Lehnert. Wohnen wird Hanna Lehnert zumindest während der nächsten Studienzeit in ihrem Heimatort Beyenburg an der Wupper im Rheinland, wobei sie sich besonders freut, künftig in einem Mehrgenerationenhaus zu leben.

Nachfolge ist geregelt

Der Abschiedsschmerz von Hockenheim („Sie können mir glauben, dass solch ein Weggehen sehr wehtut und nahegeht“) kann dadurch ein wenig gelindert werden, dass sichergestellt ist, dass die Pastorenstelle in Hockenheim und Wiesloch bereits ab August wieder neu besetzt sein wird.

„Manchmal ergibt es sich eben, dass alles relativ schnell geht“, bedauert Hanna Lehnert, freut sich aber umso mehr, dass hier in Hockenheim von Ökumene nicht nur gesprochen, sondern Ökumene auch praktiziert wird.

Abschluss in der Georgskirche

Dekan Jürgen Grabetz hat seiner Kollegin aus der evangelisch-methodistischen Gemeinde nämlich spontan angeboten, ihren Abschiedsgottesdienst am 5. Juli in der katholischen St. Georgskirche zu feiern, zumal ja aufgrund der aktuellen coronalen Beschränkungen das erlaubte Platzangebot in der der katholischen Kirche fünfmal größer ist als in der Christuskirche am Carl-Benz-Platz.

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