Hockenheim

Gemeinderat 45-Jährige ist bei den Freien Wählern ausgetreten / Mit Behandlung durch Kollegen nicht einverstanden

Diana Rizzo will fraktionslos bleiben

Archivartikel

Diana Rizzo will bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode dem Gemeinderat als fraktionsloses Mitglied angehören. Das hat die 45-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung angekündigt. Rizzo, die im vergangenen Jahr über die Liste der Freien Wähler ins Gremium eingezogen war, hatte die FWV-Fraktion im Juli verlassen. Als Grund nannte sie das Klima innerhalb der Fraktion.

Diana Rizzo hatte bei der Kommunalwahl 2019 erstmals für die Freien Wähler kandidiert und war mit 2826 Stimmen auf Rang vier der FWV-Liste gewählt worden. Sie sitzt im Ausschuss Soziales, Jugend, Kultur und Sport, in der Gesellschafterversammlung der Parkanlagen GmbH sowie in der Mitgliederversammlung der VHS.

„Habe mich vorgeführt gefühlt“

Als Neuling im Gemeinderat habe sie sich nicht von allen Mitgliedern der Fraktion wertgeschätzt gefühlt, sagt Diana Rizzo. Sie hätte sich eine umfassendere Einführung in die Arbeit gewünscht, doch die habe es nicht gegeben, stattdessen habe sie sich von einem Kollegen in der Fraktion regelrecht vorgeführt gefühlt. „Dabei bin ich mir keines Anlasses bewusst, warum ich zur Zielscheibe geworden bin“, sagt die selbstständige Gartenbaumeisterin. Sie habe sich an die anderen Stadträte der Freien Wähler gewandt, doch es habe „keinen Versuch auf Augenhöhe gebeben, an der Situation etwas zu ändern“, erklärt sie.

Bei der FWV-Hauptversammlung am 23. Juli habe sie darauf „Nägel mit Köpfen gemacht“ und ihren Austritt erklärt: „Ich habe keine Lust, Spielball zu sein.“ Da sie schon lange bei den Freien Wählern aktiv gewesen sei, habe ihr der Schritt schon wehgetan. Sie habe die „alten Haudegen“ wie Klaus Zizmann, Heinz Seßler und Walter Großhans bewundert: „Wenn die was gesagt haben, war da Zug dahinter.“

Seit ihrem Austritt aus der Fraktion laufe die kommunalpolitische Arbeit für sie entspannter: „Jetzt macht’s Spaß“, sagt Rizzo, „auch wenn ich mich manchmal vertue.“ Durch ihr Mandat fühlt sie sich dem großen Ganzen gegenüber verpflichtet. „Ich hinterfrage Dinge gerne, ich will’s wissen“, sagt sie und meint damit vor allem den Umgang mit den städtischen Finanzen.

Genaues Auge auf Ausgaben haben

In den ersten Monaten habe sie sich darüber gewundert, wie schnell da Ausgaben genehmigt werden. Als Beispiel nennt sie die Rennsitzgruppen, die für den Mobilitätspfad zwischen der Innenstadt und dem Hockenheimring aufgestellt wurden. Sie habe gegen die Ausgabe von 30 000 Euro gestimmt, findet: „So kann man das Geld der Stadt nicht raushauen.“ Sie will – auch aus ihren Erfahrungen aus 20 Jahren im eigenen Betrieb – mehr Kostenbewusstsein etablieren.

Vor allem die Diskussion um die Standorte für sozialen Wohnraum habe zu ihrem kommunalpolitischen Engagement geführt, blickt Diana Rizzo zurück. Ob sie sich für die nächste Gemeinderatswahl einer anderen Gruppierung anschließt, sei noch offen: Sie sei in der Hinsicht noch in der Findungsphase. mm

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