Hockenheim

Evangelische Stadtkirche „Junger Gottesdienst mit Profil“ unter dem Motto „Jump over walls“ (Spring über Mauern) / Zehnjähriges Bestehen mit Bildern gefeiert

Die Mauern in den Köpfen sind oft am schwierigsten zu überwinden

Zehn Meter hohe Mauern zwischen Protestanten und Katholiken in Nordirland, die Mauer des Schweigens oder Trumps Mauer an der Grenze zu Mexiko – viele Mauern trennen Menschen und fordern zugleich dazu auf, nach Überwindungsmöglichkeiten zu suchen. Gleichzeitig erfüllen Mauern eine Schutzfunktion – vor Eindringlingen, vor Hochwasser, vor Lärm.

Das Team des „Jungen Gottesdienstes mit Profil“ (Jump) nahm im Gottesdienst unter dem Titel „Jump over walls“ (Spring über Mauern) in der Evangelischen Stadtkirche verschiedene Mauern in den Blick. Auf der Leinwand waren prominente Mauern wie die Chinesische, einschüchternde Mauern wie die israelische und heimische Mauern wie die am Kraichbach zu sehen.

Schließlich entstand vor den Augen der Gottesdienstbesucher eine Mauer aus Kartons, die eine erboste junge Frau in einer Spielszene errichtete, um sich vor dem Rasenmäherlärm ihrer Nachbarin zu schützen. In der nächsten Szene hinderte ein Nachbar eine Bekannte daran, sich Zutritt zum Grundstück der jungen Frau zu verschaffen, um sich die Mauer anzusehen. Die Privatsphäre eines Menschen sei zu respektieren, einen Durchgang durch diese Mauer im übertragenen Sinn könne nur der Betroffene selbst erlauben.

Einig waren sich die beiden allerdings darin, dass die Mauer in den Köpfen der beiden Nachbarinnen überwunden werden müsste. Sie überlegten, welches Mittel man ihnen dafür zur Verfügung stellen sollte. Würde ein Trampolin Abhilfe schaffen oder doch eher das klärende Gespräch? Und wie könnte man verhindern, dass ein Gespräch in einem Streit endet?

Ort für Verständigung und Trost

Erinnerungen an die Konfirmandenzeit riefen das Bibelwort „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“ ins Gedächtnis. Dieser Vers ermutige dazu, ungewöhnliche Wege zu gehen und auf Gottes Hilfe zu vertrauen. Die nachfolgende Präsentation zeigte, dass ein sinnbildlicher „Sprung über die Mauer“ auf unterschiedliche Weise möglich ist. Man sah die Berliner Mauer und Menschen, die sich verständigen, Blumen an der Mauer und Menschen, die sich trösten, Malereien an der Mauer und Menschen, die Kranken eine Freude machten.

Nachdem die Gemeinde in einer Mitmachaktion an Stellwänden ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnte, „sprang“ ein regenbogenfarbener Ball zunächst durch das Bild der Präsentation und dann mitten in die Szene der beiden Nachbarinnen vom Anfang. Um die Herkunft des Balles zu erforschen, trugen die beiden die Mauer ab und kamen ins Gespräch.

Mit „God will make a way“ bekräftigte die Jump-Band die Botschaft, dass Gott auch auf ungewöhnliche Weise dabei helfen kann, Mauern zu überwinden. Zuvor hatte sie eindrucksvoll mit „Another brick in the wall“ und „These walls“ einen Einblick in die Gedankenwelt eines Menschen geboten, dessen Mauern im Kopf ihn in seiner Freiheit einschränken. Schließlich ermutigten sie mit dem Vortragslied „Seite an Seite“ dazu, Mensch zu sein.

Mit einem Sektempfang und Fingerfood wurde ein besonderer Anlass gefeiert: das zehnjährige Bestehen des „Jungen Gottesdienstes mit Profil“. Eine Bilderserie zeigte, in welche Rollen die Mitglieder des Vorbereitungsteams geschlüpft waren und vor welchen Herausforderungen die Gemeindeglieder bei Mitmachaktionen standen. Letztendlich versprach sie mit einem Augenzwinkern, dass die Zukunft von Jump durch den jüngsten Nachwuchs der Teammitglieder gesichert sei.

Mit Applaus bedankte sich die Gemeinde bei allen Mitwirkenden und nahm die Botschaft „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“ in Form von regenbogenfarbenen Springbällen mit nach Hause. at

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