Hockenheim

Kampagnerstart Beim Sturm aufs Rathaus den Stadtschlüssel erobert / Mit Fanfarenklängen und Böllerschuss auf Zehntscheunenplatz gefeiert

Die Narren übernehmen das Zepter

Mit einem gehörigen Knall starteten die Hockenheimer Carnevals-Gesellschaft (HCG) und der Carneval-Club Blau-Weiss in die fünfte Jahreszeit. Für den Donnerschlag verantwortlich war die KG Hochburg Pforzheim. Die mit dem CC Blau-Weiss befreundete Gesellschaft hatte ihre Kanone in Stellung gebracht. Die "Freiherren zu Gemmingen" sorgten auf dem Zehntscheunenplatz für den unüberhörbaren Kampagnestart.

Zu hören war auch der eng mit der HCG verbundene Fanfarenzug der Rennstadt. Die Landsknechte ließen es sich nicht nehmen - der Samstag machte es möglich - die kleine Feier musikalisch zu umrahmen. So bestimmten blau-weiße und rot-weiße Uniformen das Bild an der Zehntscheune. Trotz des ungemütlichen Wetters mit Nieselregen kamen auch einige Hockenheimer vorbei, um mit den Karnevalisten auf den Kampagnestart anzustoßen. Heiß begehrt waren dabei der von den Karnevalsvereinen ausgeschenkte Glühwein und die Brezeln. Wer wollte, konnte auch zu einem Gläschen Sekt greifen.

Bürgersaal besetzt

Zu den Besuchern auf dem Zehntscheunenplatz gehörte auch Thomas Jakob-Lichtenberg. Der Bürgermeister hatte zuvor die rot-weißen und blau-weißen Streitmächte beim obligatorischen Narrensturm im Rathaus empfangen. Sabrina Haaf und Verena Raab von der Stadtverwaltung hatten den Bürgersaal entsprechend hergerichtet. Auf den Tichen, an denen die Stadträte gewöhnlich schwerwiegende kommunalpolitische Themen beraten, standen Getränke parat und lagen Papierschlangen.

"Jetzt wird geschunkelt"

Der Gastgeber war gut gelaunt. Thomas Jakob-Lichtenberg sorgte für Musik und forderte die Narrenschar im voll besetzten Bürgersaal gleich auf: "Jetzt alle mal schunkeln." In gereimten Worten hieß er die närrischen Gäste willkommen und stellte nach dem gemeinsam gesungenen "Marmor, Stein und Eisen bricht" fest, dass die Woche zwei Wochenenden haben sollte. Den Stadtschlüssel rückte er nach kurzer, vergeblicher Gegenwehr heraus ("Ich bekomme ihn ja bald wieder"). Die Stadtkasse nicht. Dies hätte auch keinen Sinn gemacht, denn die sei leer: "Wer 20 Millionen Euro Schulden hat, muss 20 Millionen in die Kasse tun, damit nix drin ist!"

HCG-Präsidentin Gabi Biefel und Blau-Weiss-Vizepräsidenten Jeanette Huck machten den Bürgermeister erst einmal zu einem "ordentlichen" Menschen. Mit der Verleihung der Jahresorden verbanden sie den Wunsch nach einer tollen Kampagne mit vielen Stunden voller Freude und stimmten mit den Anwesenden die Schlachtrufe "Ahoi" und "CC Olé" an.

Dann ging es quasi über die Straße zum Zehnscheunenplatz, um pünktlich um 11.11 Uhr den endgültigen Startschuss in die närrische Kampagne 2017/18 zu geben.

Die beiden Gesellschaften hatten zu der traditionellen Veranstaltung alles aufgefahren, was Rang und Namen hat - von den Ehrenpräsidenten über Präsidien, Vorstand und Elferräten bis hin zu den Garden. Schade, dass das Wetter nicht so recht mitspielte, sonst wären sicherlich mehr Hockenheimer zur Kampagneeröffnung mit dem Auftritt des Fanfarenzugs gekommen.

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