Hockenheim

Die Wurzel der Gedanken

Archivartikel

Aus einem Verbund sozialer Organisationen fand der Weltfrauentag seine erste Erwähnung 1911. Seit 1921 wird nun jährlich daran erinnert, dass Frauen damals für ihr Wahlrecht kämpften und wie auch heute noch für die Gleichberechtigung und ein Umdenken in der Gesellschaft. Wer von „pink and blue Jobs“ als traditionelle Berufe für Frauen und Männern spricht, bei dem hat der Grundgedanke noch keine Wurzeln geschlagen.

Und ja, der morgige Tag hat etwas mit Feminismus und auch mit Emanzipation zu tun, wenn diese Worte auch in vielen Köpfen negativ belastet sind. Während sich der Feminismus auch auf die Abnabelung der klassischen Rollenverteilung (Mann geht arbeiten, Frau bleibt daheim am Herd) bezieht, konzentriert sich der Begriff Emanzipation mehr auf die eigene Einstellung. Es ist eine Loslösung der Abhängigkeit und die Beanspruchung der Selbstständigkeit. Wenn wir aber ehrlich zu uns selbst sind, gibt es im Grunde nur eine Person, die uns dabei im Wege steht. Und das sind – so hart das jetzt vielleicht klingen mag – wir selbst, meine lieben Damen.

Und das ist nur im Kleinen betrachtet, aber von der Wurzel des Grundgedankens und ohne den Blick auf die große Weltpolitik - wie die Quote der Frauen in Führungspositionen, die Lohngerechtigkeit, bis hin zur Absicherung im Alter. Aber im Einzelnen und Kleinen betrachtet, sind es wir selbst, die sich hinten anstellen. Begonnen bei der Selbsteinschätzung bis hin zur eigenen Darstellungsform neigen wir Frauen dazu, uns selbst geringer darzustellen. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen.

Vielleicht sollten wir einfach einen Moment in uns gehen und bei all den Debatten über Sexismus, Emanzipation und Feminismus über das Saatkorn unseres eigenen Grundgedankens nachdenken. Hat es schon Wurzeln geschlagen oder reden wir nur darüber, wie wir es zu gießen haben?

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