Hockenheim

Kulturangebot Für die Gastspiele des Pumpwerks in der Stadthalle gibt es noch viele Karten / Verlegung für Künstler und Agenturen kein Problem / Weitere Termine offen

Die Zuschauer entscheiden, ob es weitergeht

Premieren hat Michael Vollendorff in seinen rund 30 Jahren am Pumpwerk schon eine Menge erlebt, aber die, vor der er jetzt steht, ist einzigartig. „Es ist für uns alle komplettes Neuland – auch für die Gäste“, erklärt der Leiter des Kulturhauses kurz vor dem Auftakt einer in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Spielzeit. Wie berichtet, hat die Stadthalle dem Pumpwerk angeboten, mit seinen Veranstaltungen in das Veranstaltungs- und Tagungszentrum zu wechseln, um eine ausreichend große Zahl von Zuschauern einlassen zu können.

Die Voraussetzungen hat Vollendorff geschaffen, nun ist er gespannt, ob dieses Angebot auch angenommen wird. Denn das ist entscheidend für die kurzfristige Zukunft des Kleinkunstangebots in der Rennstadt. „Die Frage ist: Gehen die Leute grundsätzlich vom Pumpwerk in die Stadthalle?“, sagt Vollendorff. Und fügt hinzu, dass das typische Kabarettpublikum des Pumpwerks überwiegend zur Risikogruppe der über 60-Jährigen zählt. Ob diese derzeit überhaupt bereit ist, zu Veranstaltungen zu gehen, sei ebenfalls völlig offen.

Mehr Nachfrage nach Ferienende?

Der Vorverkauf laufe derzeit noch schleppend, berichtet der Pumpwerk Leiter. Am stärksten gefragt sei das Konzert der Gruppe Hiss, die „25 Jahre Polka ’n’ Roll“ feiern wollen, wie schon so oft im Pumpwerk. In Zahlen bedeutet das 30 Reservierungen – so viele Besucher hätte er auch unter Corona-Bedingungen in der angestammten Spielstätte untergebracht.

Das bereitet dem erfahrenen Kulturmanager noch kein Kopfzerbrechen, denn zum einen ist es noch nicht lange her, dass er das Signal von Stadthalle und Oberbürgermeister Marcus Zeitler zum Ortswechsel in die Stadthalle erhalten hat, zum anderen gehen die Sommerferien erst zu Ende und die Vorverkaufsstelle in der Stadthalle hat nur an zwei Tagen pro Woche geöffnet. Doch irgendwann müsse eine Entscheidung getroffen werden, ob die Nachfrage den Aufwand rechtfertige, stellt Vollendorff klar.

Keine Rechnung von den Kollegen

Für die Künstler und deren Agenturen sei der Wechsel der Spielstätte kein Problem gewesen, auch wenn die Atmosphäre in der nur mit maximal 100 Besuchern gefüllten Stadthalle mit Sicherheit nicht dieselbe sei wie in einem gut besuchten Pumpwerk-Saal. „In der aktuellen Situation sagen die: ,Wir spielen alles, was wir kriegen können’, das ist klar, die leben davon“, berichtet Vollendorff, der am 7. März das letzte Liveevent unter Vor-Corona-Bedingungen im Pumpwerk erlebt hat.

Zumindest über die Finanzen muss er sich durch den Wechsel keine Gedanken machen: „Die Stadthalle wird uns keine Rechnung stellen.“ Und das, obwohl nicht nur der Raum, sondern auch das Personal zur Verfügung gestellt wird. „Es ist klar, dass sich das Stadthalle-Team von der Bestuhlung bis zur Technik dort optimal auskennt und daher auch die Durchführung übernimmt“, erklärt Vollendorff. Er ist für die Organisation im Vorfeld verantwortlich – von der (erfolgten) Plakatierung über den Vorverkauf bis hin zur verordnungsgerechten Erfassung der Besucher.

Das Engagement der Stadthalle laufe unter der Rubrik Kulturförderung, der OB habe die Devise ausgegeben: „Wir müssen uns mal wieder zeigen.“ Daran arbeiten nun alle Beteiligten und sind gespannt, wie ihr Angebot in diesen außergewöhnlichen Zeiten angenommen wird. Davon hängt ab, wie die Planung über die vier vereinbarten Gastspiele hinaus weitergeht. Eine Prognose will Vollendorff dazu nicht wagen.

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