Hockenheim

Musik-Dinner Die Coverband Acoustic Rock Night setzt im „Güldenen Engel“ zum Start in den Advent auf ihre Spezialitäten

Diese Nacht klingt alles andere als still

Wer am 1. Dezember ein Konzert besucht, muss sich üblicherweise wappnen gegen rotnasige Rentiere und leise rieselnden Schnee. Dazu liegt meist Lebkuchen-, Spekulatius- oder Glühweingeschmack auf der Zunge. Eine wohltuende Abwechslung dazu bietet das Musik-Dinner der Acoustic Rock Night zum dafür ungewohnten Termin. Die hartnäckigsten Serientäter der Song- und Genussreihe sind in ihrer achten Saison im „Güldenen Engel“ am Start, und was sie zu Gehör bringen, ist wohl weniger besinnlich, aber stets mitreißend.

Angesichts von inzwischen vier Terminen pro Spielzeit darf man das historische Wirtshaus getrost als zweites Wohnzimmer des Musiker-Dutzendes bezeichnen – und so wohl fühlen sich Akteure und Publikum im entspannten Rahmen offensichtlich auch. Das beginnt bereits beim ersten Set mit intimer Besetzung, zunächst nur mit Jochen Götzmann an den Tasten, später mit den Streichern Eva-Maria Merkel (Violine) und Manuel Löw (Cello).

Bei Elton Johns „Your Song“ darf sich laut Sängerin Rebecca Schell jeder angesprochen fühlen, Grönemeyers „Halt mich“ und „Just the way you are“ von Billy Joel sind erklärte Favoriten der Vokalisten Jazzy Simon und Daniel Würfel. Schließlich naht ja auch die Zeit der Wünsche.

„Werbeblock“ für die neue CD

Diesen Aspekt spricht Frontfrau Rebecca Schell auch unverblümt im „Werbeblock“ an: Gerade mal einen Monat ist die Veröffentlichung der vierten CD der Band, „Acoustic State of Mind“, her, und bislang bot nur das Konzert in der Evangelischen Stadtkirche die Gelegenheit zum Erwerb, also serviert die Formation sieben der 13 darauf enthaltenen Titeln im Lauf des Abends – und schafft es ansonsten, auf der von Gitarrist Oliver Brenner zusammengestellten Setliste zu viele Überschneidungen mit dem Kirchenprogramm zu vermeiden.

Davon ausgenommen sind natürlich jene Titel, bei denen die Combo die Stärken ihrer großen Besetzung (und ihrer Instrumentalisten) voll ausspielen kann: „Music“ von John Miles, „Kashmir“ und „Stairway to heaven“ von Led Zeppelin, „Hotel California“ der Eagles und Sades „Smooth operator“.

Im Gegenzug stehen gute musikalische Bekannte auf dem Programm, mit der die Acoustic Rock Night ihre Fans seit Jahren zuverlässig aus dem Häuschen bringt, allen voran „Bring me to life“ von Evanescence, aber auch „Because the night“.

In adventlichen Zeiten darf’s ein bisschen mehr sein, und so sind dem Sängern beliebte Komponisten im Doppelpack gegönnt: Rebecca Schell kann sich gar dreifach an Alanis Morissette austoben mit „You oughta know“, „Uninvited“ und „Hand in my pocket“, Daniel Würfel steuert „Allentown“ von Billy Joel bei, und Jazzy Simon besingt das traurige Schicksal von „Jezebel“ (Sade).

Mag der Termin parallel zum Hockenheimer Advent vielleicht ein paar Plätze gekostet haben, so bleibt doch andererseits unüberhörbar, dass die Band so kurz nach dem Kirchenkonzert bestens eingespielt ist und sehr locker auftritt. Zur guten Balance passt da auch, dass knapp vor Titel Nummer 30 mit „Imagine“ Schluss ist – der Advent fängt ja erst an. mm

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