Hockenheim

Sicherheit Künftige Erstklässler lernen korrektes Verhalten im Straßenverkehr / Auch Eltern können in Simulationen über Bremsweg und Blickwinkel lernen

Diese Regeln sollen Kinder schützen

Archivartikel

Laut einer Statistik des ADAC stellt das Mitfahren im Auto für Kinder von sechs bis neun Jahren ein größeres Risiko dar als die Fortbewegung mit jedem anderen Verkehrsmittel. Jährlich kommen mehr Kinder im Pkw der Eltern zu Schaden als durch die selbstständige Mobilität zu Fuß. Deshalb bietet die Pestalozzi-Schule schon seit Jahren einen Aktionstag „Sicher Schulweg“ an. Viele Erstklässler waren mit ihren Eltern der Einladung der Schule gefolgt, daran teilzunehmen, heißt es in einer Pressemitteilung der Schule. Rektor Erich Werner konnte fast 50 Erstklässler auf dem Schulhof begrüßen.

Mit Verkehrsschildsymbolen wurden die künftigen Abc-Schützen in Vierergruppen eingeteilt und von jeweils einer Lehrkraft zu den Lernstationen rund um die Pestalozzi-Schule begleitet. Dort warteten schon die Polizeikommissare Hans-Peter Kövilein und Bruno Bopp von der Jugendverkehrsschule sowie Polizeioberkommissar Kai-Uwe Bechtel und Polizeihauptkommissar Thomas Bender vom Polizeirevier Hockenheim auf die lernbegierigen Kinder. Jeder Polizist erklärte den Kindern eine andere Schulwegsituation beim Überqueren der Straße. An der Fußgängerampel, am Zebrastreifen, an einer Kreuzung und beim Betreten der Straße zwischen geparkten Autos konnten die Kinder die Hinweise der Polizisten gleich in die Tat umsetzen und gewannen ein sicheres Gespür dafür, auf welche Gefahrenpunkte sie besonders achten müssen. Links – rechts – links zu schauen, wurde an jeder Station angewendet. Selbst an Fußgängerüberwegen und -ampeln müssen die Kinder aufmerksam sein.

Den zeitweise „kinderlosen“ Eltern wurde währenddessen in der Aula der Schule von der Kindergarten-Kooperationslehrerin Yvonne Kreis und Ralf Lukas von der Verkehrswacht gezeigt, wie unterschiedlich Erwachsene und Kinder das Verkehrsgeschehen erleben und welche Wege zur Schule die sichersten sind. Nach den theoretischen Ausführungen durften auch die Eltern an Stationen praktisch feststellen, wie begrenzt der Blickwinkel eines Kindes ist. Am Laptop konnten sie ausprobieren, wie einfach man optischen Täuschungen erliegt. Am Bremssimulator konnten die Eltern erleben, wie sich Reaktionszeit und verschiedene Straßenbeläge auf den Bremsweg auswirken. Mit den Promillebrillen verdeutlichten die Mitarbeiter der Verkehrswacht die motorische Unsicherheit, die sich bei Alkohol- oder Drogenkonsum zeigt.

Aufmerksamkeit und Ablenkung

Kinder erleben die Straße nicht nur als Verkehrsweg, sondern ebenso als Erlebniswelt und Erkundungsraum. Der Freund auf der anderen Seite der Straße etwa kann die Aufmerksamkeit gegenüber dem Verkehrsgeschehen deutlich herabsetzen und zu Fehlentscheidungen führen. Dafür konnten die Eltern sensibilisiert werden.

Auf dem Schulhof hatte die Verkehrswacht zur Kinder- und Jugendverkehrserziehung einen Bremsschlitten aufgebaut. Anhand einer Puppe wurde demonstriert, wie ein Kind bei einem Aufprall bei elf Kilometern pro Stunde Schrittgeschwindigkeit nach vorne geschleudert wird. Als Erinnerung an die gemeisterten Verkehrssituationen erhielten die teilnehmenden Kinder ein Faltheftchen, das zu Hause angemalt und noch einmal besprochen werden kann. Für die Eltern lagen Ortspläne mit den sichersten Schulwegen im Einzugsbereich der Pestalozzi-Schule bereit. zg

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