Hockenheim

Hockenheimring Das „Pit Lane-Festival“ als elektronische Pioniertat / Stars der Szene legen im Motodrom auf

DJ Claptone ist das Aushängeschild des Festivals

Es ist ein Anfang im Kleinen – und könnte sich doch schon bald zu einer echten Größe der elektronischen Musik in der Region und darüber hinaus entwickeln. Denn auch, wenn der Hockenheimring den Veranstaltern erst im November grünes Licht gab, präsentiert sich das erste „Pit Lane-Festival“ zum Auftakt mit internationalen Szenegrößen, die für Aufsehen sorgen werden.

Dabei sind die Köpfe hinter dem neuen Veranstaltungsformat beileibe keine Branchen-Neueinsteiger. Seit Anbeginn richtet die Firma „Normal-Levents“ in den Lampertheimer Biedensand-Bädern den „Tanz der Bässe“ aus, der DJ’s zwischen House und Techno auf den Bühnen vereint und in den acht Jahren seines Bestehens mit tausenden begeisterten Fans längst zum Kult geworden ist. Eine Erfahrung, die die Veranstalter bei einer Vorbereitungszeit von nur knapp vier Monaten in jeder Hinsicht auskosten mussten: „Wenn wir in der Branche nicht über derart exzellente Kontakte verfügen würden, hätten wir da keine Chance gehabt“, wie Eduardo Hurtado Perez im Gespräch mit unserer Zeitung klarstellt – und dabei vor allem auf die normalerweise großräumigen Vorläufe beim Buchen bedeutender Künstler verweist, von denen es in Hockenheim einige zu erleben geben wird.

Den Anfang macht um 11 Uhr der beschlagene Dance-DJ George Perry, doch auch in den kommenden Stunden stehen mit der akustischen Hybrid-Künstlerin La Fleur aus Schweden und dem Durchstarter Reinier Zonneveld Persönlichkeiten mit Star-Potenzial hinter den Drehtellern. Zu den größten Stars der „Pit Lane“-Premiere gehört neben dem House-Visionär Sascha Braemer das Berliner DJ-Duo Lexy & K-Paul.

Als Headliner ist es den Ausrichtern exklusiv gelungen DJ Claptone – und damit einen aufsteigenden Stern der Szene – für den finalen Slot auf der Hauptbühne zu gewinnen. Im internationalen „DJ Mag“, dass jährlich die 100 bedeutendsten Protagonisten seiner Zunft kürt, rangiert der gebürtige Deutsche aktuell auf Rang 57 und die Zukunft scheint Claptone, der für die Kostümierung mit seiner goldenen Schnabelmaske bekannt ist, wohl bereitet. Denn just gab der Star-DJ bekannt, dass er im Techno-Club „Pacha“ auf Ibiza unter dem Motto „The Masquerade“ („Die Maskerade“) künftig jene wöchentliche Kult-Party übernehmen wird, die in der Vergangenheit schon Ikonen des Betriebs wie die Swedisch House Mafia oder David Guetta bespielten.

Geschichtsträchtige Location

Für ihren Festival-Erstling haben sich die Organisatoren dabei nicht von ungefähr den Hockenheimring ausgesucht. Zum einen sei der Boxenbereich mit 18 Boxen à 200 Quadratmeter und einer ebenso großen überdachten Fläche in der zweiten Etage großartig für Veranstaltungen elektronischer Musik geeignet, zum anderen „muss man einfach mal festhalten, dass der Hockenheimring mit seiner ganzen Geschichte eine unfassbar geschichtsträchtige Location ist, auf die wir uns unglaublich freuen“, so Perez.

Dabei bringt die erste Durchführung so einige Herausforderungen für die Veranstalter mit sich. Denn erst ab heute dürfen dutzende Sattelschlepper anrollen, um mehrere Kilometer Kabel zu verlegen, LED-Wände zu installieren, Nebelmaschinen zu platzieren und so aus dem rauen Asphalt, auf dem sich sonst Formel 1 und DTM die Hand geben, einen gigantischen Club zu formen, auf dem sich bis zu 2500 erwartete Zuschauer versammeln sollen. Bereits am späten Sonntagabend muss die Technik wieder abgebaut sein – „das ist Logistik am Limit des Möglichen“, wie Perez erklärt.

Dass die Veranstalter mit ihrem Festival ein Stück weit auch Pioniere auf ihrem Feld sind, ist ihnen bewusst. Denn auch, wenn der Hockenheimring mit Konzerten wie denen von Michael Jackson, AC/DC und den Rolling Stones längst Musikgeschichte geschrieben hat: Außer dem großen Open Air, bei dem DJ Hardwell 2016 rund 30 000 Menschen zum Virtual World Club Dome lockte, ist die Traditionsrennstrecke als Heimat für elektronische Musik bislang kaum bekannt.

Ein Fakt, den die Organisatoren in den kommenden Jahren gerne ändern würden, wie Eduardo Hurtado Perez versichert: „Dieses Festival soll keine einmalige Sache sein. In Zukunft wollen wir mit diesem Format neue Möglichkeiten aufzeigen und jeden erdenklichen internationalen DJ nach Hockenheim locken.“

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