Hockenheim

Geschäftsleben Verlegerin Anya Schutzbach vom Weisbooks Verlag und "Pfalz-Literatett" sorgen in Buchhandlung Gansler für Unterhaltung und Information

Ein Buch "reift" mindestens ein Jahr vor Erscheinen

Archivartikel

Hockenheim.Mit einer Reihe von literarischen Veranstaltungen hat die Buchhandlung Gansler das kulturelle Angebot in der Stadt bereichert. In der Woche der unabhängigen Buchhandlungen war Geneviéve Gansler aktiv, um auf ihr kulturelles und regionales Engagement aufmerksam zu machen. Ausnahmsweise kam keine Autorin zu ihr, sondern die Verlegerin Anya Schutzbach vom Weisbooks Verlag.

Anya Schutzbach arbeitete bis 2007 beim Suhrkamp Verlag als Marketingleiterin. Als der Verlag nach Berlin umzog, habe sie sich die Frage gestellt: "Was willst du in deinem Leben noch tun?", berichtete sie in Hockenheim. Bis 65 eine Festanstellung beim Suhrkamp Verlag oder was anderes ausprobieren? Sie fällte den Entschluss, einen eigenen Verlag zu gründen.

Kurze Zeit später begegnete sie ihrem ehemaligen Kollegen, Dr. Rainer Weiss, der im Lektorat gearbeitet hatte. Weiss war von der Verlagsidee sofort überzeugt. Die beiden einigten sich auf den Namen Weissbooks - er ist kürzer als Weiss-Schutzbach- Verlag und hört sich modern an. Sie wollen sich von den 3000 anderen Verlagen abheben und ein Programm bieten, das es vorher so nicht gab.

Die Verlegerin berichtete dem Publikum verschiedene Geschichten aus ihrem Verlagsalltag und plauderte das eine oder andere Geheimnis aus. Zu Beginn seien alle Bücher-Cover weiß gewesen mit Titel und Verlagsname in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund. Doch einige Buchhandlungen hätten sich beschwert, dass diese Werke zu trocken aussehen und sich so nicht gut verkaufen würden. "Die Geliebte des Gelatier" war das erste Buch mit einer Eiswaffel auf dem Cover.

1,80 Euro Verdienst pro Band

Die Zuhörer hörten der Verlegerin gespannt zu und wollten viele Details wissen. "Wie viel verdient ein Verlag an einem Buch?" - 1,80 Euro, antwortete Schutzbach. Bis ein Buch in der Buchhandlung steht, brauche es mindestens ein Jahr. Mit einem Lächeln schilderte die Verlegerin, dass Manuskripte ganz unterschiedlich bei ihr eintreffen. Einmal kam es auf kariertem Papier. Solèr Per hatte ihre Gedanken und Geschichte als Hirtin niedergeschrieben. Der Verlag war von der Geschichte begeistert und brachte sie unter den Titel "Die Weite fühlen" heraus - es wurde zum Bestseller.

Ein weiterer Bestseller sei das Buch "Eine Träne. Ein Lächeln", ein zweisprachiger Erfahrungsbericht, der auf Arabisch und Deutsch geschrieben ist. Die Autorin Luna Al-Mousli sei mit dem österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2017 ausgezeichnet worden.

Das "Pfalz-Literatett" war bereits zum zweiten Mal nach 2014 zu Gast. Die meisten Besucher schienen das Trio gut zu kennen. Ulrich Wellhöfer, Gitarre (Alfred Baumgartner), Keyboard und Ukulele (Peter Tröster) sangen und rezitierten, was Pfälzer Mundartdichter wie Lina Sommer und Hanns Glückstein im 19. und 20. Jahrhundert zu Papier brachten. Heiter-Literarisches, aber auch Nachdenkliches machten Lust auf ein drittes Gastspiel. zg

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