Hockenheim

Interkulturelle Gruppe 38 Gerichte aus 21 Ländern zusammengefasst / Hochzeitspaare bekommen am Tag der Vermählung eins geschenkt

Ein Kochbuch als Symbol für Integration

„Es hätte ein großes, buntes Fest werden sollen, mit köstlichen Gerichten aus aller Welt und mit Begegnungen“, erklärte Elke Schollenberger von der Lokalen Agenda 21 die ursprüngliche Idee, wie die Präsentation des interkulturellen Kochbuches hätte stattfinden sollen. Und dennoch, auch wenn Corona-bedingt die Vorstellung des Buches, in dem 38 leckere und besondere Rezepte aus allen Ländern zusammengeführt wurden, etwas anders ausgestaltet wurde, war die Freude bei der interkulturellen Gruppe über dieses gelungene Projekt deutlich zu spüren.

„Als wir 2013 unseren ersten libanesischen Kochabend durchgeführt haben und sich seit 2014 unsere gemeinsamen Frühstücke etablierten, kamen wir immer wieder in den Genuss, Köstlichkeiten und Lieblingsgerichte aus den Heimatländern unserer Mitglieder zu probieren. Natürlich wollte man die Rezepte haben und so entstand die Idee eines Kochbuches“, erinnern sich Petra Grabs, die engagierte Sprecherin der interkulturellen Gruppe und Nada Georges, die gerne Rezepte beisteuerte.

Umwelt berücksichtigt

Mit ihr sprach Karen Arroyo für die interkulturelle Gruppe und erläuterte die Bedeutung des Essens und Kochens bei der Integration: „Dieses Buch ist ein Symbol von Integration, Zusammensein und Hoffnung. Man kocht mit Liebe und Liebe ist international und universell.“

Konkret wurde das Projekt 2018 gestartet, im März dieses Jahr wurden die Bücher in der ersten Auflage mit einer Stückzahl von 1000 gedruckt, dabei habe man sich für eine regionale Druckerei entschieden, um gemeinnützige und umweltfreundliche Aspekte zu berücksichtigen. Fast alle Köche, die ein Rezept beigesteuert hatten, einige Sponsoren und viele, die zur Entstehung des Kochbuchs beigetragen haben, kamen gerne in die Lamellenhalle in den Gartenschaupark nach Hockenheim, denn dort gab es die Gelegenheit, das Kochbuch erstmals fertig in den Händen zu halten.

Mit einem Sonnenblumenstrauß nahmen die Mitwirkenden ihr persönliches Exemplar entgegen. Musikalisch wurde der Abend von Nina Kruser am Akkordeon und Sergej Igonin mit der Violine untermalt. Hockenheims Oberbürgermeister Marcus Zeitler und Bürgermeister Thomas Jakob-Lichtenberg folgten der Einladung ebenfalls und zeigten sich erfreut über dieses Projekt, das Menschen in Hockenheim verbinde. „Dieses Buch ist ein Beitrag zur Völkerverständigung, denn überall auf der Welt gibt es etwas zu genießen und jeder Mensch ist etwas Besonders. Überall spielt Essen eine Rolle, auch wenn die Gerichte verschieden sind, entstammen sie einer Welt. Nutzen Sie die Zeit, und probieren Sie die Rezepte aus“, bekräftigte Zeitler bei seinen Grußworten, die gleichzeitig Dankesworte an alle waren, die dieses Kochbuch ermöglichten.

Etwas Besonderes hat sich die Stadt Hockenheim zudem einfallen lassen: Da Liebe bekanntermaßen auch durch den Magen gehe, würden künftig alle Brautpaare, die in Hockenheim heiraten, sich über ein Exemplar des Kochbuches als Geschenk zur Hochzeit freuen können. „Ich freue mich über dieses Buch, denn gerade in Coronazeiten, in denen vielleicht das Reisen eingeschränkt ist, kann man sich mit dem Nachkochen der Rezepte doch nun kulinarisch auf die Reise in andere Länder begeben. Ich werde sicher das ein oder andere Rezept ausprobieren“, freute sich Bürgermeister Jakob-Lichtenberg.

Dass eines Tages, wenn Corona es zulasse, das große geplante kulinarische Fest mit allen leckeren Gerichten und den Menschen, die dahinterstehen, in Hockenheim gefeiert werden kann, sei die Hoffnung aller, fasste Elke Schollenberger am Ende der Präsentation treffend zusammen. Wer jetzt neugierig ist und beispielsweise Vadai aus Sri Lanka, Makloube aus Syrien oder Congri aus Kuba kochen möchte, findet die entsprechenden Rezepte mit Bild in dem ansprechend gestalteten Kochbuch.

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